Die für Freitag angekündigte Informations- und Diskussionsveranstaltung zur geplanten Erweiterung des Geflügelschlachthofs in Niederlehme wird stattfinden – allerdings nicht wie ursprünglich geplant im Rathaussaal, sondern davor.
Die Bürgerinitiative „KW stinkt’s“ hat für
Freitag, 28. August 2026, von 18 bis 20 Uhr
vor dem Rathaus Königs Wusterhausen
Schlossstraße 3
eine Informations- und Protestveranstaltung angemeldet.
Ihr Motto:
„Das Rathaus wurde uns verwehrt – dann sind wir davor, weil Protest dort hingehört!“
Dabei soll es ausdrücklich nicht nur um die Absage des Rathaussaals gehen. Die ursprünglich vorgesehenen Informationen und Diskussionen über die geplante Wiesenhof-Erweiterung und die laufenden Verfahren finden weiterhin statt.
Stadt sagt Nutzung des Rathaussaals ab
Ursprünglich sollte die Veranstaltung im Rathaussaal stattfinden. Die Stadt Königs Wusterhausen teilte jedoch am 17. August mit, dass sie den Saal dafür nicht zur Verfügung stellt.
Nach Darstellung der Stadt war der Raum zunächst von SHIA e. V. für einen „Workshop Beteiligung“ angefragt und reserviert worden. Aus der später veröffentlichten Ankündigung habe sich für die Verwaltung eine andere Ausgestaltung ergeben. Die Stadt wertete die Veranstaltung nun als „Demonstrationsveranstaltung“ und hob die Reservierung auf. Ein Nutzungsvertrag sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht geschlossen gewesen.
Die vollständige Stellungnahme der Stadt ist auf deren Internetseite veröffentlicht.
Die Bürgerinitiative reagiert darauf nun mit der Verlagerung in den öffentlichen Raum: Wenn die Diskussion nicht im Rathaus stattfinden kann, soll sie vor dem Rathaus stattfinden.
Worum es eigentlich geht
Der Anlass der Veranstaltung bleibt die geplante Erweiterung des Geflügelschlachthofs in Niederlehme.
Nach den derzeit bekannten Planungen könnte die Schlachtkapazität künftig auf bis zu 150.000 Hühner pro Tag steigen. Parallel laufen beziehungsweise beginnen unterschiedliche Planungs- und Genehmigungsverfahren. Die Stadt stellt einen Bebauungsplan für das Sondergebiet „Geflügelschlachthof Niederlehme“ auf.
Die Bürgerinitiative will am Freitag über den Stand dieser Verfahren berichten und ihre Einwände erläutern. Dabei soll es unter anderem um mögliche Auswirkungen auf Anwohner, Umwelt und Wasserhaushalt, um Fragen des Tierschutzes sowie um die Möglichkeiten gehen, sich als Bürgerin oder Bürger an den Verfahren zu beteiligen.
Damit bleibt es auch nach der Absage des Saals bei dem, was ursprünglich angekündigt war: Information, Diskussion und Austausch über die geplante Erweiterung des Schlachthofs.
Hinzu kommt nun der Protest gegen die Entscheidung der Stadt, den Rathaussaal nicht zur Verfügung zu stellen.
Mit Campingstühlen vor das Rathaus
Die Bürgerinitiative plant bewusst keine Laufdemonstration, sondern eine stationäre Informations- und Protestveranstaltung vor dem Rathaus.
Banner und Transparente sollen aufgestellt, Flyer verteilt und über eine Lautsprecheranlage Beiträge zu den laufenden Verfahren gehalten werden. Auch Gespräche und Diskussionen mit Besucherinnen und Besuchern sind vorgesehen.
Dabei soll es durchaus etwas unkonventioneller zugehen: Ein Tisch und Campingstühle gehören zum Konzept. Wer teilnehmen und dabei sitzen möchte, kann deshalb gern einen eigenen Campingstuhl mitbringen.
Die Idee dahinter: Wenn für die Diskussion im Rathaus keine Stühle zur Verfügung stehen, bringt man sie eben selbst mit.
Freitag, 28. August: vorbeikommen und informieren
Informations- und Protestveranstaltung zur Wiesenhof-Erweiterung
Freitag, 28. August 2026
18 bis 20 Uhr
vor dem Rathaus Königs Wusterhausen
Schlossstraße 3, 15711 Königs Wusterhausen
Veranstalter ist die Bürgerinitiative „KW stinkt’s“.
Wer sich über die geplante Erweiterung des Schlachthofs, die laufenden Verfahren und die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung informieren oder mitdiskutieren möchte, ist eingeladen, vorbeizukommen.
Redaktioneller Hinweis
In unserer ersten Ankündigung der ursprünglich im Rathaussaal geplanten Veranstaltung hatten wir das Bündnis für Familie Königs Wusterhausen als Mitveranstalter genannt. Die Stadt hat inzwischen klargestellt, dass das Bündnis nicht Veranstalter der Veranstaltung war. Wir korrigieren diese Angabe entsprechend.