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Rathaussaal abgesagt – Information und Protest jetzt vor dem Rathaus

25. August 2026

Die für Freitag angekündigte Informations- und Diskussionsveranstaltung zur geplanten Erweiterung des Geflügelschlachthofs in Niederlehme wird stattfinden – allerdings nicht wie ursprünglich geplant im Rathaussaal, sondern davor.

Die Bürgerinitiative „KW stinkt’s“ hat für

Freitag, 28. August 2026, von 18 bis 20 Uhr
vor dem Rathaus Königs Wusterhausen
Schlossstraße 3

eine Informations- und Protestveranstaltung angemeldet.

Ihr Motto:

„Das Rathaus wurde uns verwehrt – dann sind wir davor, weil Protest dort hingehört!“

Dabei soll es ausdrücklich nicht nur um die Absage des Rathaussaals gehen. Die ursprünglich vorgesehenen Informationen und Diskussionen über die geplante Wiesenhof-Erweiterung und die laufenden Verfahren finden weiterhin statt.

Stadt sagt Nutzung des Rathaussaals ab

Ursprünglich sollte die Veranstaltung im Rathaussaal stattfinden. Die Stadt Königs Wusterhausen teilte jedoch am 17. August mit, dass sie den Saal dafür nicht zur Verfügung stellt.

Nach Darstellung der Stadt war der Raum zunächst von SHIA e. V. für einen „Workshop Beteiligung“ angefragt und reserviert worden. Aus der später veröffentlichten Ankündigung habe sich für die Verwaltung eine andere Ausgestaltung ergeben. Die Stadt wertete die Veranstaltung nun als „Demonstrationsveranstaltung“ und hob die Reservierung auf. Ein Nutzungsvertrag sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht geschlossen gewesen.

Die vollständige Stellungnahme der Stadt ist auf deren Internetseite veröffentlicht.

Die Bürgerinitiative reagiert darauf nun mit der Verlagerung in den öffentlichen Raum: Wenn die Diskussion nicht im Rathaus stattfinden kann, soll sie vor dem Rathaus stattfinden.

Worum es eigentlich geht

Der Anlass der Veranstaltung bleibt die geplante Erweiterung des Geflügelschlachthofs in Niederlehme.

Nach den derzeit bekannten Planungen könnte die Schlachtkapazität künftig auf bis zu 150.000 Hühner pro Tag steigen. Parallel laufen beziehungsweise beginnen unterschiedliche Planungs- und Genehmigungsverfahren. Die Stadt stellt einen Bebauungsplan für das Sondergebiet „Geflügelschlachthof Niederlehme“ auf.

Die Bürgerinitiative will am Freitag über den Stand dieser Verfahren berichten und ihre Einwände erläutern. Dabei soll es unter anderem um mögliche Auswirkungen auf Anwohner, Umwelt und Wasserhaushalt, um Fragen des Tierschutzes sowie um die Möglichkeiten gehen, sich als Bürgerin oder Bürger an den Verfahren zu beteiligen.

Damit bleibt es auch nach der Absage des Saals bei dem, was ursprünglich angekündigt war: Information, Diskussion und Austausch über die geplante Erweiterung des Schlachthofs.

Hinzu kommt nun der Protest gegen die Entscheidung der Stadt, den Rathaussaal nicht zur Verfügung zu stellen.

Mit Campingstühlen vor das Rathaus

Die Bürgerinitiative plant bewusst keine Laufdemonstration, sondern eine stationäre Informations- und Protestveranstaltung vor dem Rathaus.

Banner und Transparente sollen aufgestellt, Flyer verteilt und über eine Lautsprecheranlage Beiträge zu den laufenden Verfahren gehalten werden. Auch Gespräche und Diskussionen mit Besucherinnen und Besuchern sind vorgesehen.

Dabei soll es durchaus etwas unkonventioneller zugehen: Ein Tisch und Campingstühle gehören zum Konzept. Wer teilnehmen und dabei sitzen möchte, kann deshalb gern einen eigenen Campingstuhl mitbringen.

Die Idee dahinter: Wenn für die Diskussion im Rathaus keine Stühle zur Verfügung stehen, bringt man sie eben selbst mit.

Freitag, 28. August: vorbeikommen und informieren

Informations- und Protestveranstaltung zur Wiesenhof-Erweiterung

Freitag, 28. August 2026
18 bis 20 Uhr
vor dem Rathaus Königs Wusterhausen
Schlossstraße 3, 15711 Königs Wusterhausen

Veranstalter ist die Bürgerinitiative „KW stinkt’s“.

Wer sich über die geplante Erweiterung des Schlachthofs, die laufenden Verfahren und die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung informieren oder mitdiskutieren möchte, ist eingeladen, vorbeizukommen.

Redaktioneller Hinweis

In unserer ersten Ankündigung der ursprünglich im Rathaussaal geplanten Veranstaltung hatten wir das Bündnis für Familie Königs Wusterhausen als Mitveranstalter genannt. Die Stadt hat inzwischen klargestellt, dass das Bündnis nicht Veranstalter der Veranstaltung war. Wir korrigieren diese Angabe entsprechend.

Erweiterung der Wiesenhof-Schlachtanlage in Königs Wusterhausen geplant

19. Oktober 2016

Tierfabriken-Widerstand

Pressemitteilung vom Bündnis Tierfabriken-Widerstand

In Königs Wusterhausen, Ortsteile Niederlehme / Zernsdorf, will der Wiesenhof-Konzern die Kapazitäten der Geflügelschlachtanlage deutlich erweitern. Das Bündnis Tierfabriken-Widerstand ruft die Bevölkerung dazu auf, Protest und Widerstand zu organisieren.

Berlin, 18.10.2016: Der Antragsteller, die Märkische Geflügelhof-Spezialitäten als Teil des Wiesenhof-Konzerns, will die Schlachtleistung von 190 Tonnen Lebendgewicht pro Tag auf 352 Tonnen pro Tag erhöhen. Bei einem Mastendgewicht von 1,5 Kilo pro Tier entspricht dies dem Umfang von über 230.000 Individuen pro Tag. Das Vorhaben mit massiven Auswirkungen auf Natur und Umwelt muss nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz genehmigt werden und ein Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung durchlaufen.

Der Genehmigungsantrag ist ab dem 19. Oktober bis zum 18. November in der Stadtverwaltung Königs Wusterhausen und im Landesamt für Umwelt in Cottbus öffentlich einsehbar. Einwendungen gegen das Vorhaben können von AnwohnerInnen und anderen GegnerInnen der Schlachtanlage bis zum 2. Dezember eingereicht werden.

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, gegen die Erweiterung der Wiesenhof-Schlachtfabrik vorzugehen. Solche riesigen Anlagen haben für die Tiere, die Menschen in der Umgebung und die Umwelt verheerende Auswirkungen. Durch entschlossenen Widerstand von Anwohnerinnen und Anwohnern sind in den letzten Jahren schon einige neu geplante Schlachthöfe wie zum Beispiel in Bernburg (Sachsen-Anhalt) verhindert worden. Jetzt gilt es, auch dieses Projekt zu stoppen. Wir rufen Umwelt- und Tierschutzaktive in Berlin sowie im Umland dazu auf, gegen den geplanten Bau mobil zu machen. Tierfabriken-Widerstand steht als Ansprechpartner zur Verfügung“, unterstreicht Sandra Franz vom Aktionsbündnis, das sich seit Jahren gegen Neubauten und Erweiterungen von Tierfabriken in Ostdeutschland einsetzt.

“Nicht nur den Umstand, dass hier tagtäglich eine Unzahl von Lebewesen getötet werden, finden wir problematisch – die Schlachtfabrik stellt gleichzeitig eine ökologische und soziale Katastrophe dar“, so Franz weiter. Insbesondere Wiesenhof, größter Geflügelkonzern Deutschlands, stand in den letzten Jahren aufgrund vieler Skandale, u.a. wegen Tierquälerei und gravierender Hygiene-Mängel, in der Kritik.

Masthähnchen leben in modernen Mastanlagen zu Zehntausenden in einer Halle. Sie werden als Küken aus der Brüterei in die Anlage gebracht und erreichen dort innerhalb von fünf bis sechs Wochen ihr Schlachtgewicht. Pro Quadratmeter drängen sich über 20 Tiere. Die Hühner können nicht ungestört ruhen, ihren arttypischen Verhaltensweisen wie der Nahrungssuche oder dem Staubbaden nicht nachgehen, geschweige denn angemessen miteinander agieren oder soziale Beziehungen pflegen. „Die Gewalt, die Tieren im Rahmen der Nutzung als ‚Masthähnchen‘ bis zu ihrem Tod in Niederlehme angetan wird, ist immens und nicht zu rechtfertigen“ betont Franz von Tierfabriken-Widerstand.

Pressekontakt
Sandra Franz, E-Mail: kontakt@tierfabriken-widerstand.org

Kurzprofil „Tierfabriken-Widerstand“
Das Bündnis Tierfabriken-Widerstand ist ein Zusammenschluss von Menschen, die sich gegen Neubauten von Tieranlagen in Ostdeutschland einsetzen. Durch Unterstützung von lokalen Widerstands-Initiativen, durch kreativen Protest und überregionale Vernetzung wollen sie das weitere Wachstum der Tierindustrie erschweren. Ein zentraler Aspekt ihrer Arbeit ist die Bereitstellung von Information und die Anregung öffentlicher Debatten sowohl zu konkreten Anlagen als auch zur grundsätzlichen Problematik der Tierhaltung.