Kategoriearchiv: Wasser

„KW stinkt´s“ am 28.08.2026 vor dem Rathaus KW

31. August 2026

Kerstin Tottewitz für die BI „KW stinkt´s“

Wie angekündigt, wollen wir noch einmal auf die Veranstaltung der Bürgerinitiative „KW stinkt’s“ am 28. August vor dem Rathaus Königs Wusterhausen zurückkommen.

Wir hatten im Vorfeld über die Veranstaltung und die Hintergründe berichtet (Link). Nun zieht die Bürgerinitiative selbst Bilanz über den Abend vor dem Rathaus und den Workshop am folgenden Tag. Wir veröffentlichen den Bericht von Kerstin Tottewitz im Wortlaut.

Pünktlich mit dem Aufbau der Stühle und Tische hörte der Regen auf, so dass wir mit ungefähr vierzig Menschen einen gemütlichen Abend verbringen konnten. Bereits die Ankündigung der Versammlung hat uns Zuspruch auf der Website, neue Newsletteranmeldungen und Spendengelder gebracht.

Nach einer kurzen Begrüßung hat Gudrun Eichler mit einem Spottgedicht auf Wiesenhof, die Runde gelockert, so dass der von Frau Dr. Friederike Schmitz gehaltene Beitrag zu den Hintergründen der Massentierhaltung auf ein waches Publikum traf. Und da die Aufmerksamkeitsspanne nicht überdehnt wurde, denn die Atmosphäre war außerordentlich entspannt, konnte Kerstin Tottewitz noch in die laufenden Verfahren der Bürgerinitiative „KW stinkt´s“ gegen die Schlachthoferweiterung von Wiesenhof einführen.

Im Anschluss war Zeit für kleine angenehme Gespräche. Ein Tag wie er sein sollte. Fachlich interessant, trotzdem unterhaltsam und im gemeinsamen Austausch vielversprechend.

Am nächsten Tag wurde ein Workshop angeboten, der von Faba Konzepte e. V. vorbereitet war und uns als BI konkret die Möglichkeit gab, gemeinsam mit Interessierten neue Vorgehensweisen in unserer Auseinandersetzung mit Wiesenhof zu entwickeln. Das Gefühl, dann doch nicht ganz allein gegen den Giganten zu stehen, gab uns neue Kraft und beide Tage waren so perfekt aufeinander abgestimmt, dass wir schon die Wiederholung planen. Wegen der kalten Jahreszeit, die vor der Tür steht, werden wir wohl einen neuen Anlauf in Richtung Rathaus nehmen, denn beide Tage zeigten, wie groß das Interesse an unserer Arbeit ist. Wir danken allen für die Unterstützung im Vorfeld und die zwei wunderbaren Tage. Bis bald!

Impressionen von der Veranstaltung
Fotos: © BI „KW stinkt’s“

Rathaussaal abgesagt – Information und Protest jetzt vor dem Rathaus

25. August 2026

Die für Freitag angekündigte Informations- und Diskussionsveranstaltung zur geplanten Erweiterung des Geflügelschlachthofs in Niederlehme wird stattfinden – allerdings nicht wie ursprünglich geplant im Rathaussaal, sondern davor.

Die Bürgerinitiative „KW stinkt’s“ hat für

Freitag, 28. August 2026, von 18 bis 20 Uhr
vor dem Rathaus Königs Wusterhausen
Schlossstraße 3

eine Informations- und Protestveranstaltung angemeldet.

Ihr Motto:

„Das Rathaus wurde uns verwehrt – dann sind wir davor, weil Protest dort hingehört!“

Dabei soll es ausdrücklich nicht nur um die Absage des Rathaussaals gehen. Die ursprünglich vorgesehenen Informationen und Diskussionen über die geplante Wiesenhof-Erweiterung und die laufenden Verfahren finden weiterhin statt.

Stadt sagt Nutzung des Rathaussaals ab

Ursprünglich sollte die Veranstaltung im Rathaussaal stattfinden. Die Stadt Königs Wusterhausen teilte jedoch am 17. August mit, dass sie den Saal dafür nicht zur Verfügung stellt.

Nach Darstellung der Stadt war der Raum zunächst von SHIA e. V. für einen „Workshop Beteiligung“ angefragt und reserviert worden. Aus der später veröffentlichten Ankündigung habe sich für die Verwaltung eine andere Ausgestaltung ergeben. Die Stadt wertete die Veranstaltung nun als „Demonstrationsveranstaltung“ und hob die Reservierung auf. Ein Nutzungsvertrag sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht geschlossen gewesen.

Die vollständige Stellungnahme der Stadt ist auf deren Internetseite veröffentlicht.

Die Bürgerinitiative reagiert darauf nun mit der Verlagerung in den öffentlichen Raum: Wenn die Diskussion nicht im Rathaus stattfinden kann, soll sie vor dem Rathaus stattfinden.

Worum es eigentlich geht

Der Anlass der Veranstaltung bleibt die geplante Erweiterung des Geflügelschlachthofs in Niederlehme.

Nach den derzeit bekannten Planungen könnte die Schlachtkapazität künftig auf bis zu 150.000 Hühner pro Tag steigen. Parallel laufen beziehungsweise beginnen unterschiedliche Planungs- und Genehmigungsverfahren. Die Stadt stellt einen Bebauungsplan für das Sondergebiet „Geflügelschlachthof Niederlehme“ auf.

Die Bürgerinitiative will am Freitag über den Stand dieser Verfahren berichten und ihre Einwände erläutern. Dabei soll es unter anderem um mögliche Auswirkungen auf Anwohner, Umwelt und Wasserhaushalt, um Fragen des Tierschutzes sowie um die Möglichkeiten gehen, sich als Bürgerin oder Bürger an den Verfahren zu beteiligen.

Damit bleibt es auch nach der Absage des Saals bei dem, was ursprünglich angekündigt war: Information, Diskussion und Austausch über die geplante Erweiterung des Schlachthofs.

Hinzu kommt nun der Protest gegen die Entscheidung der Stadt, den Rathaussaal nicht zur Verfügung zu stellen.

Mit Campingstühlen vor das Rathaus

Die Bürgerinitiative plant bewusst keine Laufdemonstration, sondern eine stationäre Informations- und Protestveranstaltung vor dem Rathaus.

Banner und Transparente sollen aufgestellt, Flyer verteilt und über eine Lautsprecheranlage Beiträge zu den laufenden Verfahren gehalten werden. Auch Gespräche und Diskussionen mit Besucherinnen und Besuchern sind vorgesehen.

Dabei soll es durchaus etwas unkonventioneller zugehen: Ein Tisch und Campingstühle gehören zum Konzept. Wer teilnehmen und dabei sitzen möchte, kann deshalb gern einen eigenen Campingstuhl mitbringen.

Die Idee dahinter: Wenn für die Diskussion im Rathaus keine Stühle zur Verfügung stehen, bringt man sie eben selbst mit.

Freitag, 28. August: vorbeikommen und informieren

Informations- und Protestveranstaltung zur Wiesenhof-Erweiterung

Freitag, 28. August 2026
18 bis 20 Uhr
vor dem Rathaus Königs Wusterhausen
Schlossstraße 3, 15711 Königs Wusterhausen

Veranstalter ist die Bürgerinitiative „KW stinkt’s“.

Wer sich über die geplante Erweiterung des Schlachthofs, die laufenden Verfahren und die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung informieren oder mitdiskutieren möchte, ist eingeladen, vorbeizukommen.

Redaktioneller Hinweis

In unserer ersten Ankündigung der ursprünglich im Rathaussaal geplanten Veranstaltung hatten wir das Bündnis für Familie Königs Wusterhausen als Mitveranstalter genannt. Die Stadt hat inzwischen klargestellt, dass das Bündnis nicht Veranstalter der Veranstaltung war. Wir korrigieren diese Angabe entsprechend.

Ein Leserbrief zum Thema Wasser

19. August 2026

Redaktionelle Vorbemerkung

Der nachfolgende Leserbrief von Dr. Marina Kreisel wurde der Märkischen Allgemeinen Zeitung zur Veröffentlichung übersandt und dort am 15./16. August 2026 unter der Überschrift „Trinkwasser muss bezahlbar bleiben“ veröffentlicht – allerdings in deutlich gekürzter Form.

Kürzungen von Leserbriefen sind im redaktionellen Alltag grundsätzlich nachvollziehbar. Problematisch werden sie aus unserer Sicht jedoch dann, wenn durch die Auswahl der veröffentlichten Passagen wesentliche Teile der Argumentation entfallen und dadurch Schwerpunkt, Aussage und politische Einordnung eines Beitrags verändert werden.

Genau diesen Eindruck vermittelt uns die veröffentlichte Fassung. Insbesondere weitergehende Aussagen zu Industrieansiedlungen, Flächenverbrauch, wirtschaftlichem Wachstum und zu politischen Prioritäten fehlen. Damit erscheint der Leserbrief deutlich allgemeiner und weniger politisch pointiert, als er von der Autorin verfasst wurde. Ob diese Auswahl bewusst politisch motiviert war, können und wollen wir nicht beurteilen. Eine politische Färbung der vorgenommenen Kürzungen ist aus unserer Sicht jedoch zumindest erkennbar.

Der Stadtfunk KW veröffentlicht den Leserbrief deshalb nachfolgend ungekürzt und inhaltlich unverändert. Lediglich kleine Fehler wurden korrigiert und Abkürzungen ausgeschrieben. So können sich unsere Leserinnen und Leser selbst ein vollständiges Bild von der Position der Autorin machen.

 

Mittelstädt warnt vor Wasserknappheit: „Gehe davon aus, dass alle mehr zahlen müssen“ (MAZonline 13.07.2026)

Nachdem sie von Bürgern gewissermaßen fast zum Jagen getragen worden sind, haben jüngst Tina Fischer (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) und Ludwig Scheetz (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) als Mitglieder des Landtags Brandenburg das Thema Wasser öffentlich angesprochen, das verbunden mit ihrem Besuch im Wasserwerk Eichwalde. Nun äußert sich auch die Ministerin Hanka Mittelstädt (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) über das meines Erachtens existenziell wichtigste Thema öffentlich – endlich -, hier insbesondere über Trinkwasser, Abwasser, Grundwasser und seine Neubildung sowie über damit einhergehende Probleme. Dabei bleibt sie allerdings – vermutlich nicht nur dem Charakter dieses Interviews geschuldet – zu sehr im Vagen, beim Aktionismus, bis hin zur Erhöhung der Wasserentgelte für alle. (Letzteres soll dann wohl etwas nach Gerechtigkeit aussehen, ist es aber nicht.) Eines wird leider nicht unmissverständlich unterstrichen: Trinkwasser war und ist ein einzigartiges Lebensmittel für alle Menschen – hier bezogen auf Brandenburg und Berlin -, und das muss es bleiben, auch für alle Menschen noch künftig zugänglich u n d bezahlbar. Dabei ist das Recht auf sauberes Wasser laut Generalversammlung der Vereinten Nationen seit dem Jahre 2010 als Menschenrecht anerkannt worden. Es ist folglich zu verhindern, dass Nutzungskonflikte, dass Verteilungen von Wasser auf Kosten dieses Menschenrechts – hier im Land Brandenburg und in Berlin – gelöst werden. Derartige Bestrebungen wird es geben, da bin ich mir sicher. Deshalb geht es meines Erachtens auch um mehr, als dafür zu sorgen, dass „künftig bei jeder Industrieansiedlung die Ressource Wasser mitbedacht wird“. Das muss für Erweiterungen bereits vorhandener Industrieanlagen – siehe Wiesenhof in Königs Wusterhausen oder Red Bull in Baruth – ebenso gelten. Dass das bisher oft nur ungenügend getan worden ist trotz oder wegen der Existenz von Behörden, trotz oder wegen des Vorhandenseins des Wassergesetzes und obwohl Bürger immer wieder darauf gedrungen haben, zeigt wohl einmal mehr: Das bisherige politische Denken und Handeln war und ist auch hierzu zu stark von der Tagespolitik bestimmt. Unternehmerische Bedürfnisse spielen eine zentrale Rolle (siehe Tesla) für Entscheidungen in Landes- und Kommunalpolitik, das ohne ausreichende, nötige Weitsicht auf den Bereich Wasser und auch zu isoliert von anderen Bereichen (siehe Wald) und den Folgen für sie. Und das scheint sich nicht in dem erforderlichen Maße zu verändern; denn dazu gehört meines Erachtens unabdingbar, sich grundlegend mit der Frage zu befassen, inwieweit die Besiedlung eines der trockensten Gebiete Deutschlands überhaupt in bisheriger Weise fortgesetzt werden darf und kann, ohne dass die Daseinsvorsorge der Menschen im Bereich Wasser kippt. Die Vorstellung vor allem in Politik, Technik und Wissenschaft, hier manches mittels Technik, mittels gern betonter Innovationen erfolgreich lösen zu können (was fast immer ja auch gewaltige Kosten einschließt, die in diesem System auf Bürger verlagert werden), geht im Jahre 2026 noch immer von einem Ansatz aus: Wachstum – eingeschlossen Flächenfraß und Waldvernichtung – sei in fast allen Bereichen in Brandenburg und Berlin nötig und möglich. Davon zeugt die fast zeitgleich mit dem Interview erfolgte Pressekonferenz der Wirtschaftsministerinnen Franziska Giffey (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) und Martina Klement (Christlich Demokratische Union Deutschlands), die dort die „Gemeinsame Innovationsstrategie der Länder Berlin und Brandenburg“ vorgestellt haben.

Das alles stimmt mich nicht hoffnungsfroh – es wird weiterhin der Druck aus der Bevölkerung nötig sein. Aber ihr Handeln wird eingeschränkt, erschwert über das neue Informationsfreiheitsgesetz. Und das ganz ohne Alternative-für-Deutschland-Regierung, alles unter der Überschrift „Bürokratieabbau“.