Kategoriearchiv: ORTSTEILE

Anfrage an den Bürgermeister zur Neugestaltung der Kita-Satzung

14. Februar 2017

Redaktion
Herr Möbus, Stadtverordneter (CDU-Fraktion), stellte im Nachgang zur Sitzung des Sozialausschusses eine Anfrage, da vieles in der Sitzung sich dem Zuhörer nicht ganz erschloss oder unbeantwortet blieb. Die gesamte Kommunikation inkl. der Antwort der Stadt finden Sie im angehängten PDF.

C. Möbus: Vor Beschluss der geänderten Kita-Satzung benötigen ich und sicherlich auch einige andere Stadtverordnete noch einige Informationen.

  1. Welche Auswirkungen hat die im Jugendhilfeausschuss des Landkreises beschlossene Vorlage „Grundsätze der Kindertagesbetreuung im Landkreis Dahme-Spreewald gemäß den Bestimmungen des Kindertagesstättengesetzes des Landes Brandenburg (KitaG)“ auf die Stadt Königs Wusterhausen?
  2. Wie viele Eltern/Bedarfsgemeinschaften zahlen derzeit den Mindestbetrag?
  3. Wie viele Eltern/Bedarfsgemeinschaften würden nach der neuen Regelung den Mindestbeitrag zahlen?
  4. Wie hoch ist der Anteil (absolut und relativ) der Eltern/Bedarfsgemeinschaften, die derzeit den Höchstsatz zahlen?
  5. Von welchen relativen und absoluten Anteilen der Eltern/Bedarfsgemeinschaften geht die Verwaltung hinsichtlich der geplanten Stufen (Anlage 1, bereinigtes Einkommen laut Satzung in 100er Schritten ab 1.000,00 Euro bis Höchstsatz) aus? Bitte in tabellarischer Darstellung
  6. Wie viele Bedarfsgemeinschaften mit mehr als drei unterhaltsberechtigten Kindern gibt es in Königs Wusterhausen?
  7. Der Abzug eines Pauschalbetrages iHv 27 v. H. vom Bruttoeinkommen gemäß § 7 Abs. 5 Buchstabe b) der Satzung benachteiligt hohe Einkommen, die ohnehin schon höhere Beiträge zu entrichten haben, da hier schon der Einkommenssteuersatz zumeist höher ausfällt. Warum wird an dieser Stelle nicht auf das Nettoeinkommen o.ä. zurückgegriffen? Wie wird der Rückgriff auf 27 % begründet?
  8. Wie hoch sind die Ausgaben für die Kindertagesbetreuung der Stadt? Wie hoch sind die Einnahmen durch Elternbeiträge für die Kindertagesbetreuung? Wie haben sie diese jährlichen Summen seit der letzten Änderung der Kita-Satzung entwickelt?
  9. Wo läge die Stadt Königs Wusterhausen mit der neuen Gebührenstaffelung im Vergleich zu Nachbargemeinden (Wildau, Mittenwalde, Heidesee, Bestensee, Zeuthen und Kreisstadt Lübben)?

Basis der Betrachtung sollten jeweils die aktuell vorliegenden Daten sein.

Freundliche Grüsse
Christian Möbus
Stadtverordneter, Mitglied der CDU-Fraktion

Anfrage BM Kitasatzung_PDF

Leserbrief zur Sitzung von Sozial- und Finanzausschuss am 9. Februar

13. Februar 2017

Redaktion

Uns erreichte dieser Brief unseres Lesers Christian Lutsche aus Niederlehme, der als interessierter Bürger an der gemeinsamen Sitzung der beiden Ausschüsse im Rathaus teilnahm:

Am 9. Februar 2017 fand im Rathaus der Stadt Königs Wusterhausen die Ausschusssitzung zur neuen Kitasatzung unserer Stadt statt. Als interessierter Bürger und Vater von zwei Kindern im Kindergarten- bzw. Hortkindalter nutzte ich die Gelegenheit, daran teilzunehmen. Dabei überraschten mich zwei Dinge: einerseits die riesige Anteilnahme interessierter Bürgerinnen und Bürger aus allen Ortsteilen der Stadt, andererseits die Unverbindlichkeit und das ausweichende Antworten der Verwaltung auf Nachfragen zur Neuregelung der Kitabeiträge und anderen Inhalten der überarbeiteten Kitasatzung. Erst nach längerem intensiven Fragen, auch seitens einzelner Stadtverordneter, wurden konkrete Zahlen in Form von Berechnungstabellen und Beispielrechnungen bestimmter Einkommensverhältnisse offengelegt. Zu kurz kamen mir persönlich dabei Erläuterungen zu überarbeiteten oder neu hinzugekommenen, pädagogischen Inhalten der aktualisierten Satzung, da dies neben den finanziellen Aspekten sicherlich ebenso bedeutend für die gesamte Arbeit in den Einrichtungen der Kindertagesbetreuung ist.

Sendung des rbb-Aktuell zu Niederlehmer Schlachtfabrik

3. Februar 2017

Redaktion

Am Samstag dem 4. Februar 2017, gab es einen Beitrag des rbb zur geplanten Erweiterung der Niederlehmer Schlachtfabrik:

BRANDENBURG AKTUELL 19.30 Uhr am Samstag, 4.2.2017

Wir waren vor Ort dabei, als am letzten Freitag der blaue Robur-Bus wieder einmal den Weg nach Königs Wusterhausen fand. Gemeinsam mit Anwohnern, der Bürgerinitiative »KW stinkt’s« sowie Vertretern des NABU, der GRÜNEN, von Tierfabriken-Widerstand, von Robin Wood und anderen Initiativen begrüßten wir die Reporter des rbb. Als Abgeordneter des Brandenburgischen Landtags war Benjamin Raschke (B90/GRÜNE) anwesend, aus dem Kreistag war Sabine Freund (B90/GRÜNE) vertreten. Nicht anwesend war hingegen Bürgermeister Lutz Franzke, der dem Robur-Team vom rbb nun bereits zum dritten Mal eine Absage erteilte.
Sogar Imker aus Zeesen unterstützten die Veranstaltung – deren »Massentierhaltung« ist übrigens die einzige, die uns mit allen Aspekten des Tierwohls vereinbar erscheint…

Hier kann man die Sendung noch einmal sehen: (Klick)

Leserbrief zur Randnotiz „Iraner besichtigen Windpark“ in der MAZ

3. Februar 2017

Monika u. Dr. Joachim Schulz, BI Wernsdorf
Uns erreichte ein Leserbrief zur Randnotiz „Iraner besichtigen Windpark“ MAZ v. 31.01.2017, S.14., den wir nachfolgend veröffentlichen:

Die in der o.a. Randnotiz getroffene Aussage über die Erzeugung von 87 Mio. kWh durch den Windpark Uckley ist mehr als „schön gerechnet“. Jahrelange statistische Erhebungen über das Verhältnis von Einspeiseleistung zu Nennleistung der Windkraftanlagen zeigen, dass die Einspeiseleistung derzeit nur ca. 20% der Nennleistung beträgt! Dem o.a. Wert von 87 Mio. kWh wurde offenbar der illusorische Wert von 30% zu Grunde gelegt! Dementsprechend reduziert sich die Anzahl der möglichen Verbraucher von 67 000 Personen auf 45 000. Darüber hinaus wird verschwiegen, dass durch fehlende Speichertechnik gar keine kontinuierliche Stromversorgung mit Windenergie möglich ist, sondern immer wieder auf konventionelle Energien zurückgegriffen werden muss, um das Netz stabil zu halten und bei geringer Windstärke die Stromversorgung zu sichern.

Unsere ständigen Beobachtungen des Windparks Uckley haben bisher Folgendes ergeben:

Nach erster Inbetriebnahme Ende September 2016 und Verkauf Anfang Oktober 2016 fast nur Stillstand im letzten Quartal 2016, seit Anfang Januar 2017 im Wesentlichen nur der wechselnde Betrieb von 3 Anlagen !

Damit ist dieser Windpark weit von seiner möglichen Einspeiseleistung entfernt. Trotzdem füllt sich der Geldbeutel des Windparkbetreibers zu Lasten des Steuerzahlers Dank EEG-Umlage  und der „klugen“ Energiepolitik unserer Brandenburger Landesregierung, die die Verschandelung unseres Landes ohne Rücksicht auf Mensch und Natur zulässt! Das Waldgebiet Windpark Uckley mit seinen schützenswerten  rd. 14 Fledermausarten, dem Einzugsgebiet von Seeadler und Rotmilan, welches als ausgewiesenes Mooreinzugsgebiet mit  rd. 40 Biotopen offenbar zum Zweck der Errichtung eines Windparks aus einem Landschaftsschutzgebiet ausgegliedert wurde, ist nur ein Beispiel dieser Politik.

Monika u. Dr. Joachim Schulz
BI Wernsdorf

Ankündigung: Robur-Bus des rbb kommt zu Wiesenhof

31. Januar 2017

Redaktion

Der Robur-Bus des rbb kommt am

Freitag, den 03.02.2017, um 15.30 Uhr

zu einer Reportage und Gesprächsrunde zur Geflügelschlachtanlage der Wiesenhof in Niederlehme.

Treffpunkt beim Märkische Geflügelhof-Spezialitäten,
Am Möllenberg 3- 9, 
15713 Königs Wusterhausen OT Niederlehme
Vor dem Wiesenhof-Tor.

Es wäre schön, wenn viele, sehr viele Menschen dabei wären und den Moment Zeit finden, um über großindustrielle Geflügelschlacht- und Geflügelzuchtanlagen in unserem Ort zu sprechen.

Ein Radweg nach Kablow Ziegelei/Uckley

25. Januar 2017

Matthias Fischer, Freie Wähler KW, Einwohner von Zernsdorf
Wir stellten einen Antrag für die Verbesserung der innerörtlichen Verkehrsverbindung Zernsdorf-Nord nach Kablow-Ziegelei/Uckley für Radfahrer und Fußgänger, vorgetragen am 26. November 2016 im Ortsbeirat Zernsdorf durch Matthias Fischer:

Ich schlage vor, den bereits vorhandenen Waldweg zwischen Ortsausgang/Nordost-Spitze Zeltplatz bis zur Straße Am Lankensee wieder dahingehend zu ertüchtigen, dass man ihn gefahrlos mit dem Fahrrad und zu Fuß benutzen kann. Diese gefahrlose Nutzung ist zur Zeit gar nicht gegeben, im Winter ganz ausgeschlossen. (Anmerkung: Dieser Weg war zu DDR-Zeiten sogar teilweise beleuchtet).

Alternativ müsste ein Radweg an der Verbindungsstraße bis Kablow Ortseingang gebaut werden. Falls dazu kein Bauland zur Verfügung steht, müsste eine Markierung auf der Straße für Radfahrern/Fußgänger eingezeichnet werden bzw. die zulässige Geschwindigkeit deutlich herabgesetzt werden.

Die Stadt sollte beauftragt werden, beide Ausbau-Varianten zu prüfen auf Realisierbarkeit und Kosten. Die bevorzugte Variante sollte zeitnah zur Umsetzung kommen.

Bis eine dieser Maßnahmen realisiert ist, sollte die Höchstgeschwindigkeit auf der innerörtlichen Verbindungsstraße nach Kablow-Ziegelei und Uckley auf 50 km/h begrenzt werden, um die Gefahr der Nutzung durch Fußgänger und Radfahrer deutlich zu mindern.

Begründung:

Wenn man mit dem Fahrrad oder zu Fuß in Zernsdorf zwischen den verschiedenen Teilen der Siedlung unterwegs ist (Zernsdorf-Nord nach Kablow-Ziegelei bzw. Uckley), ist man darauf angewiesen, auf der Landstraße zu fahren bzw. zu laufen. Das wird mit dem steigenden innerörtlichen Fahrzeugverkehr immer gefährlicher. Die Straße ist für 100 km/h freigegeben und hat keinen Randstreifen.

Eine Lösung der Situation ist dringend geboten. Momentan werden einige Radwege überörtlich in andere Kommunen erschlossen, was auch zu begrüßen ist – aber die innerörtliche Verbindung zweier Wohngebiete sollte doch Vorrang haben vor anderen straßenbaulichen Vorhaben.

Matthias Fischer, Zernsdorf

Bild: Auf der kleinen Brücke auf dem Waldweg in Richtung Straße Am Lankensee. Rechts ist noch die alte Wegebeleuchtung erkennbar.

Königs Wusterhausen und die Weltwirtschaft

18. Januar 2017

Zu trauriger Berühmtheit gelangt Königs Wusterhausen im Zusammenhang mit dem Geschäftsgebahren der Großkonzerne: der Wiesenhof-Konzern sitzt mit Brandenburgs größter Hähnchenmastanlage und einer Großschlachterei mitten unter uns. Im Gegensatz zu anderen Großindustrien bleibt leider nicht viel davon in unserer Stadt »hängen«: Weder in Arbeitsplätzen noch in Steuereinnahmen für Königs Wusterhausen spiegelt sich das Bild eines erfolgreichen Konzerns wieder. Allerdings sehr wohl in Form von Gestankbelästigungen, Grundwasserentnahme und LKW-Verkehr… aber das ist eine andere Geschichte.

Hier der Link zu einem ZDF-Beitrag zu Großkonzernen, in dem »unsere« Wiesenhof-Anlagen eine unrühmliche Rolle spielen.

Den angesprochenen Konzernatlas finden Sie hier.

Die BI »KW stinkt’s« ist vor Ort tätig – insbesondere gegen die Erweiterung der Schlachtkapazitäten in der Niederlehmer Großschlachterei.

Zur Neuauslegung der Antragsunterlagen, die ab heute, den 18.1.2017, startet, hier ein Artikel in der MAZ.

Die „Kitaplatz-Lotterie“ in KW ist eröffnet

12. Januar 2017

Swen Ennullat, Freie Wähler KW

Der Begriff „Lotterie“ kann aus dem Französischen abgeleitet werden und bedeutet so viel wie „Schicksal“ oder „Glücksspiel“. Also ein Spiel, bei dem der Erfolg fast nur vom Zufall abhängt.

Der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz wiederum, der laut Kita-Gesetz dem Wohl und der Entwicklung des Kindes dient, besteht in Brandenburg ab dem vollendeten ersten Lebensjahr für jeden kleinen Erdenbürger.

Auf den ersten Blick haben also „lückenlose Gewährleistung“ und „zufällige Inanspruchnahme“ nichts gemein. In Königs Wusterhausen ist dies leider anders.

Nach den Andeutungen von Bürgermeister Franzke im letzten Jahr ist es – trotz unserer von den etablierten Parteien belächelten Warnungen und Mahnungen, unverzüglich Gegenmaßnahmen zu ergreifen – ab sofort bittere Realität: Nicht allen Kindern kann ein Kitaplatz zur Verfügung gestellt werden.

Priorität haben nun Kinder, bei denen beide Elternteile berufstätig sind. Und nicht einmal in diesem Fall ist sicher, ob es überhaupt mit der Betreuung zum gewünschten Termin klappt. Über Wohnortnähe oder der Gewährleistung eines Wunsch- und Wahlrechts brauchen wir an dieser Stelle gar kein Wort zu verlieren. Ist dann auch noch ein Elternteil gerade arbeitssuchend, wird die Lage regelrecht dramatisch.

Uns ist noch immer völlig unklar, wie es überhaupt zu dieser Situation kommen konnte, hat doch der Bürgermeister das Einwohnermeldeamt im Hause und der Bereich Stadtentwicklung ist bei allen Neubauvorhaben eingebunden. Der Bauboom bei Wohnungen und Einfamilienhäusern kam nicht überraschend, sondern war absehbar.

Aus der Stadtverwaltung hören wir von hektischen Bemühungen, für die bereits bestehenden übervollen Kindertagesstätten Ausnahmegenehmigungen bei den Betriebserlaubnissen zu beantragen. In Gruppenräumen ab 35qm sollen noch mehr Kinder untergebracht oder Bewegungsräume umgewandelt werden. All dies wird unweigerlich mit einer Qualitätsverschlechterung bei der Betreuung der anderen Kinder einhergehen. Mehrbelastungen für die Erzieherinnen und Erzieher sind ebenfalls vorprogrammiert.

Auch die beiden neuen Eltern-Kind-Gruppen in Wernsdorf und Zeesen, bei denen die  Personensorgeberechtigten anwesend bleiben müssen, sind unseres Erachtens kein vollwertiger Ersatz für einen Kita-Besuch.

Laut Bürgermeister Franzke sind zwei Kitas in Zernsdorf und der Kernstadt in Planung. Nach unseren Recherchen ist aber noch nicht einmal die Standortfrage geklärt, von einem möglichen Betreiber, dem Erstellen der Bauantragsunterlagen oder der nötigen Bauzeit ganz zu schweigen. Hier werden sicherlich noch Jahre ins Land gehen. Was in der Zwischenzeit passiert, bleibt weiterhin offen.

Neugebackenen Eltern in unserer Stadt bleibt also nach dem Wunder der Geburt nur eines zu wünschen: Viel Glück im Kitaplatz-Roulette!

Aber auch alle Anderen sind aufgefordert, am 9. Februar um 18:00 Uhr die gemeinsame Sitzung des Sozial- und Finanzausschusses aufzusuchen. An diesem Tag soll die neue Kitasatzung und mit ihr erhebliche Steigerungen der Elternbeiträge (für alle, die einen Betreuungsplatz ergattern konnten) durchgewinkt werden.

Einwendungen gegen Wiesenhof im ersten Schritt erfolgreich

10. Januar 2017

BI KW stinkt’s, Andreas Rieger

Wie die Bürgerinitiative „Königs Wusterhausen stinkt’s“ über eine Anfrage bei der Stadtverwaltung Königs Wusterhausen und anschließend im Umweltausschuss des Landtages erfahren hat, muss das Beteiligungsverfahren zur Erweiterung der Schlachtanlage in Niederlehme aus formalen und inhaltlichen Gründen neu aufgerollt werden.

Zur erneuten Auslegung der Unterlagen zur Erweiterung des Großschlachthofes von Wiesenhof in Niederlehme bei Königs Wusterhausen sagt Andreas Rieger, Sprecher der BI KW stinkt´s: „Die erneute Auslegung der Unterlagen zeigt, dass der Wiesenhof-Konzern nicht nur Gewinnmaximierung auf Kosten des Tierwohls und der Arbeitnehmerrechte betreibt, sondern auch wiederholt versucht, die gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren zu unterlaufen.“ So hätte die wasserrechtliche Erlaubnis zur Entnahme von bis zu 1,5 Millionen Liter Wasser pro Tag schon 2015 nicht ohne Öffentlichkeitsbeteiligung erfolgen dürfen. „Wir werden darauf achten, dass sämtliche Vorschriften eingehalten werden, und gegebenenfalls gegen unzulässige Bescheide vorgehen“ so Andreas Rieger aus Lübben.

Die BI „KW stinkt´s“ sieht allerdings weniger Versäumnisse der Behörden als die versuchte Täuschung durch unzureichende oder verfälschende Gutachten der Antragsteller. Die BI „KW stinkt´s“ unterstützt die Genehmigungsbehörden und sieht für die geplante Erweiterung keine Realisierungsmöglichkeit. Vielmehr überschreiten die Belastungen durch den Schlachtbetrieb schon heute die Aufnahmefähigkeit der Region.

Die Unterlagen werden vom 10.01. bis 20.02.2017 erneut in der Stadtverwaltung Königs Wusterhausen ausgelegt. Einwender können am 30.03.2017 ab 10.00 Uhr im Bürgerhaus „Hanns Eisler“ am Erörterungstermin teilnehmen.

Wichtig: alle eingereichten Einwendungen aus dem ersten Verfahren behalten ihre Gültigkeit!

So sieht ein Informationsschreiben des Landesamt für Umwelt aus, das seit heute zu Einwendern zugestellt wurde. Eine Begründung ist hierin nicht enthalten, sondern lediglich die Terminabsage und Ankündigung der erneuten Auslegung: 170110_Schreiben des LFU

Hintergrund

Die BI „KW stinkt´s“ hat sich zum Ziel gesetzt, die Erweiterung des Wiesenhof-Schlachthofes in Niederlehme, einem Ortsteil von Königs Wusterhausen, zu verhindern. Unterstützt wird die Bürgerinitiative, deren Gründungsmitglieder überwiegend lokal betroffene Bürgerinnen und Bürger aus Niederlehme, Neue Mühle und Zernsdorf sind, von den Freien Wählern Königs Wusterhausen, dem Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen, Germanwatch e.V., dem Naturschutzbund Deutschland (NABU), dem Bund Naturschutz in Deutschland (BUND) und der Initiative „Tierfabriken-Widerstand“ sowie von Mitmenschen, denen Menschen- und Tierwohl gleichermaßen am Herzen liegen und sich für eine gesunde Entwicklung der Stadt Königs Wusterhausen und der Region einsetzen.

Daher appelliert die Bürgerinitiative „Königs Wusterhausen stinkt’s“ an Politik, Verwaltung und an alle Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Region Berlin, Landkreis Teltow-Fläming, Landkreis Dahme-Spreewald und Landkreis Oder-Spree, sich gegen eine Erweiterung dieses Schlachthofs auszusprechen.

Auf ein Neues!

7. Januar 2017

Uta Pews, Zernsdorf, Mitglied bei FWKW

„Freie Wähler Königs Wusterhausen“ – Sicher wird jetzt der ein oder andere denken (oder sagen) – „Schon wieder ein neuer Verein, Bürgerinitiative, was soll das ganze Zeug, die erreichen ja doch nichts.“

Ein nicht so abwegiger Gedanke, gebe ich zu!

Erst „lebte“ Zernsdorf, dann war es ein Verein mit unpraktisch langem Namen, dann waren „Wir“ für KW…   Wir kämpfen bisher mehr oder weniger erfolgreich gegen Autobahnlärm und Waldvernichtung, für die Öffnung des Seezuganges in der Friedensaue, gegen politische Seilschaften, die Politik des Aussitzens und nicht zuletzt gegen Windmühlenflügel.

Aber wir sind nicht Don Quijote!!!!! *

Wir haben einen großartigen Erfolg errungen und der ist für uns der Grund zum Weitermachen: Königs Wusterhausen ist politischer geworden!!! Bürger nehmen aufmerksam und kritischer wahr, was um sie herum passiert. Die Medien – besonders die MAZ – nehmen uns ernst. Einwohner bitten um oder bieten Unterstützung an.

Deshalb also jetzt Freie Wähler KW – und so, wie der Name sagt, wollen wir unabhängig von politischen Parteien sein, wollen wir uns problemorientiert gegen Missstände in unserer Stadt und ihren Ortsteilen für sinnvolle und zweckmäßige Lösungen einsetzen. Mit unserer Initiative richten wir uns an alle Bürger der Stadt. Machen Sie bei uns mit ! Nennen Sie uns Ihre Befürchtungen und die Problemstellen, an die wir ran müssen. Wenn wir gemeinsam gegen Lärm, gegen Geruchsbelästigung von Wiesenhof, gegen noch mehr Windräder, für Uferwanderwege rund um unsere Seen, Kitaplätze und so viel mehr kämpfen, dann wird unsere Stadt mit ihren Ortsteilen schöner und es kann zu einem nachbarlichen Miteinander kommen, in dem wir uns alle wohlfühlen.

* Vielleicht sind aber gerade bei Cervantes’ Helden gewisse Parallelen zu finden:
«Von nun an ist der Ritter von der Mancha keine vom Autor ins Lächerliche gezogene Figur mehr, er ist Träger eines Ideals im positiven Sinne, und wenn der Versuch, es zu verwirklichen, ihm Hohn und Spott einträgt, dann liegt es nicht an diesem Ideal, sondern an der Welt und ihrer Niedertracht.» Hugo Lautenberger