Kategoriearchiv: ORTSTEILE

Mit zweierlei Maß gemessen?

15. Oktober 2026

Dr. Marina Kreisel

Zum sehr unterschiedlichen Umgang mit Texten von Bürgern

Auf der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung (SVV) am 12.10.2026 hatten die Stadtverordneten wieder ein volles, sechs Stunden dauerndes Programm zu absolvieren.Es wäre noch etwas umfangreicher ausgefallen, hätte dort zudem eine Petition von Herrn Wolfgang Almus behandelt werden müssen. Das passierte aber in der SVV nicht, denn laut Satzung über die Beteiligung der Einwohnerinnen und Einwohner (Beteililigungssatzung), Stand 17.04.2025, ist der Hauptausschuss (HA) als Petitionsausschuss tätig (siehe § 6,2). Folglich hatte Herr Wolfgang Almus die Petition zu dessen Sitzung am 28.09.2026 eingereicht. Dort war sie nicht auf die auf die Tagesordnung gelangt, sondern muss – mit einer Ergänzung vom 04.10.2026 – bis zur nächsten HA-Sitzung am 30.11.2026 warten. Zur Begründung für die zeitliche Verzögerung nannte die Stadtverwaltung das zu späte Einreichen der Petition, zu der sie eine Stellungnahme auszuarbeiten habe; die Almus-Petition war am 13.09.2026. dort eingetroffen, später eine weitere von ihm.

Völlig anders erging es jenen Bürgern aus Niederlehme, die bereits als Gruppe in anderen kommunalpolitischen Gremien darum baten, die im Sitzungslauf enthaltene Beschlussvorlage zur Billigung und Offenlegung des Vorentwurfs zum Bebauungsplan „3. Änderung Ortskernerweiterung Niederlehme“ vom 13.12.2021 nicht zu befürworten. Sie hatten in den letzten Tagen vor der SVV-Sitzung – wie zuvor in der HA-Sitzung angekündigt – eine Liste mit Unterschriften erstellt, ebenso einen Text mit zahlreichen Einwendungen, gedacht als bekräftigende bzw. teilweise neue Argumente gegen die oben genannte Beschlussvorlage. Das Übergabeprotokoll plus die Liste mit 156 Unterschriften wurde in der SVV-Sitzung der Bürgermeisterin überreicht.

Und was geschah mit dem Einwendungstext, der sich ausdrücklich auch gegen den Grünzug richtet? Bezeichnet als „Brandbrief“, war er für die Stadtverordneten ins SessionNet gestellt worden, nachträglich zu allen anderen Sitzungsunterlagen. In diesem Falle erfolgte das allerdings kurz vor Beginn der Zusammenkunft, veranlasst von der Vorsitzenden der SVV, Laura Lazarus (CDU). Kein zu spätes Einreichen? Keine überschrittene Frist? Kein zeitliches Verlagern?

Ich frage: Was hat Laura Lazarus dazu bewogen, den Brandbrief auf diese Weise in die Sitzung am 12.10.2026 einzubringen, und zwar unter Tagesordnungspunkt 8.2 zur Beschlussvorlage 61-26-331? Was sollte und konnte er aus ihrer Sicht leisten?

Als erfahrene Kommunalpolitikerin – zeitweilig auch ein wenig geübt im Landtag – ist ihr vermutlich bewusst gewesen, wie der Umgang mit dem Brief unter diesen Bedingungen sein könnte: Er wird vermutlich – übersehen oder aus Zeitgründen – gar nicht mehr gelesen, wohl nur noch sehr flüchtig und selektiv, ohne Möglichkeit zur Überprüfung der Aussagen. Es kommt unter den Stadtverordneten gegebenenfalls zur Verunsicherung oder zur verstärkten Verunsicherung, mit oder ohne Auswirkungen auf das Abstimmungsverhalten usw.?

Ein mögliches Ergebnis: Ablehnung der Beschlussvorlage oder deren Zurückweisung in den Ortsbeirat oder in die Ausschüsse. Letzteres forderte nachdrücklich in der Sitzung der Stadtverordnete Christian Dorst (BSW), das mit unzureichender Substanz.

Doch was harmloser klingt als eine rigorose Ablehnung, muss es durchaus nicht sein: Es hätte nämlich eine weitere zeitliche Verzögerung bedeutet, während im Ortskern Niederlehme Tatsachen geschaffen werden. Auch mittels einer Zurückweisung in die Ausschüsse oder in den Ortsbeirat kann eine wichtige Beschlussvorlage bekanntlich ausgehöhlt und am Ende gänzlich unwirksam gemacht werden.

Konnte Laura Lazarus an einer solchen Situation gelegen sein? Ich vermute nicht? War die Bereitstellung des Brandbriefes ein Versuch, eine weitere Klärung in der Sache noch zu erreichen? Oder ein Zeichen eigener Verunsicherung, hier nichts falsch machen zu wollen? Oder nicht weiter unter Druck von Einwohnern aus Niederlehme wegen der Beschlussvorlage zu geraten?

Zur Erinnerung: Bereits im Vorfeld dieser Sitzung wurde unter Stadtverordneten besondere Verunsicherung sichtbar. Jens Richters (CDU) Aussage, wonach es bei dieser Gemengelage schwierig sei, überhaupt zu wichten und zu werten, lässt sich wohl als ein Ausdruck dafür interpretieren.

Offen bleibt dabei allerdings, worin diese Schwierigkeiten tatsächlich oder mutmaßlich bestehen, was sie ausmacht oder nicht. Statt sie möglichst klar zu benennen und abzuklopfen – hierzu existieren Dokumente und Analysen –, wird allgemein von einer Gemengelage gesprochen – was zugleich ein geeigneter Ansatz zu sein scheint, der dem Brandbrief und seinen Autoren nützte.

Erneut wurde er Teil jener Strategie der Einwender-Gruppe, mit der es ihr zuvor schon gelungen war, die Beschlussvorlage zur Erhaltungs- und Gestaltungssatzung – maßgeblich initiiert von der CDU-Fraktion – mit Erfolg zu verhindern. Auch mittels betonter Warnung vor einem sonst gestörten sozialen Frieden im Siedlungsbereich. Nun ging es der Gruppe offensichtlich um Wiederholung, diesmal im Falle der vorliegenden Beschlussvorlage.

Doch sie wurde nicht vertagt, nicht verschoben, nicht zurückgenommen. Diesmal stimmte eine Mehrheit der Stadtverordneten aus AfD, CDU (nur Martin Meinert), Grünen, SPD und weiteren Mitgliedern der SVV der oben genannten Beschlussfassung zur Billigung und Offenlegung zu (21 Ja-Stimmen, 3 Nein-Stimmen, 10 Stimmenthaltungen, 0 Befangene).

Damit ist die offizielle Diskussion von Öffentlichkeit und Trägern öffentlicher Belange eingeleitet. Endlich. Erfreulicherweise. Mal schauen, wie hoch die Zahl der Bürger sein wird, die sich daran inhaltlich beteiligen; denn zu sagen im Sinne des Verbesserns bleibt einiges.

Und für mich bleibt die Frage: Warum wurde mit Texten von Bürgern bezüglich ihrer Zulassung für die SVV-Sitzung einerseits und für die HA-Sitzung andererseits so unterschiedlich verfahren? Das bedarf meines Erachtens der offiziellen Klärung.

Fortsetzung folgt: Wieder der Dorfkern Niederlehme

11. Oktober 2026

Ein Kommentar von Dr. Marina Kreisel

Noch immer ist der Dorfkern von Niederlehme Gegenstand von Diskussionen in kommunalpolitischen Gremien. Das findet seinen fortgesetzten Niederschlag auch in der MAZ, wie der jüngste Artikel dort zeigt. Er steht unter der Überschrift „Wie sich ein Dorf über einen Grünstreifen entzweit“ (MAZonline, 29.09.2026) und hebt einen Aspekt aus der Diskussion hervor, den Niederlehmer Bürgerinnen und Bürger in Einwohnerfragestunden betont haben, verbunden mit der Bitte, die Stadtverordneten mögen die Beschlussvorlage zum Dorfkern Niederlehme nicht befürworten. Die Bitte werden sie in der kommenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung (SVV) wiederholen, einhergehend mit der Übergabe einer Liste mit Unterschriften von Einwohnern – so die Ankündigung.

Ja, es gibt zum Dorfkern Niederlehme immerzu etwas Neues, das von einer Gruppe zum Gegenstand von Ablehnung gemacht wird. Nun ist es dieser Grünstreifen, inzwischen angereichert, ja aufgebauscht mit Sorge und Angst vor Wildschweinrotten. Aus meiner Sicht als außenstehende Bürgerin berührt er nur die Oberfläche der Auseinandersetzung zwischen Teilen der dortigen Bevölkerung. Im Kern geht es jedoch um die erwogene Gesamtentwicklung dieses kleinen, besonderen Siedlungskörpers, der heute zu Königs Wusterhausen gehört und die manchen Anwohnern, auch manchen anderen Niederlehmern nicht gefällt – sie möchten sie verhindert sehen.

In der Diskussion mischen sich – das verwundert mich kaum – nicht erst seit heute einerseits ausführliche, sachliche Analysen und Beschreibungen auf der Basis grundlegender Dokumente, aber ebenso bedenkenswerte Erfahrungen, andererseits starke Emotionen, Behauptungen und Falschaussagen. „Es ist schwierig, bei dieser Gemengelage überhaupt zu gewichten und zu werten“, sagte laut MAZ etwa Jens Richter von der CDU-Fraktion. Und ich füge hinzu: Aber es ist machbar, wenn die Bedingungen stimmen und Entscheidungshilfen existieren.

Eines wird deutlich: Derartige Zielkonflikte sind nicht neu und werden vermutlich nicht geringer werden (bis hin zum Schaffen von Tatsachen durch Vorhabenträger, die ihre Absichten auf diese Weise durchzusetzen versuchen). Gerade deshalb betrachte ich Vorgaben, Zielsetzungen und fundierte Positionen von Kommunalpolitik und Stadtverwaltung als nötig, ebenso deren konsequente Anwendung im Umgang mit Bewohnern und Investoren.

Wenn das nicht der Fall ist und man sich argumentativ auf „Gemengelagen“ zurückzieht – betreffend auch prüfenswerte Einwendungen gegenüber der Stadtverwaltung, Bereich Stadtentwicklung –, wird man als Stadtverordneter wohl schnell zum Spielball eigener Unsicherheit, fortgesetzten Schwankens, von endlosem Pragmatismus, von Parteitaktik und eigenartigem Konsens. (Das geschieht gegenwärtig wohl verstärkt unter besonderem Einfluss äußerer und innerer Ursachen auf einzelne Parteien, wie er auf Bundes- und Landesebene sichtbar wird, von Orientierungsschwierigkeiten durchsetzt.)

Im Ergebnis entfernen sich Stadtverordnete bei Preisgabe vorhandener fachlicher Grundlagen – aufgeführt in Begründungen von Beschlüssen und Beschlussvorlagen, in Stellungnahmen des Ortsbeirates und des NABU usw. – mehr und mehr von den berechtigten Anliegen der ursprünglichen, von der CDU-Fraktion selbst initiierten Beschlussvorlagen.

Für den Dorfkern Niederlehme – um bei diesem kleinen Juwel zu bleiben – liefe eine solche Preisgabe nach meinem Verständnis letztlich auf jene Entwicklung hinaus, die zunächst die CDU-Fraktion, später weitere Stadtverordnete aus gutem Grunde verhindern wollten.

Der Dorfkern würde dann seine Besonderheiten, seine Identität massiv einbüßen unter dem Druck innerer und äußerer Begehrlichkeiten nach Bebauung, Zubau, Umbau, Hochbau usw., mit individuell möglichst größtem Eigennutz, und das auf Kosten eines erhaltungswürdigen Ensembles mit erforderlichen Grünräumen.

Sofern diese Tür geöffnet wäre, wäre sie sofort durchschritten, mit allem, was sich nun als möglich böte. Ohne Rücksicht auf Verluste. So wirken kapitalistische Verhältnisse, wenn erforderliche Begrenzungen fehlen.

Käme es in Niederlehme, im Dorfkern, zu dieser Situation, wäre das meines Erachtens eine Bankrotterklärung: für Handeln, schwerfälliges Handeln oder Nichthandeln der zuständigen Behörden – eingeschlossen die verantwortliche Leitungsspitze in der Stadtverwaltung –, aber ebenso für Handeln, schwerfälliges Handeln oder Nichthandeln der Mehrheit der Stadtverordneten. Auch aus Gründen, wie sie der Stadtverordnete Jens Richter anklingen ließ.

Eine Bankrotterklärung, die Namen hätte. Aber sie muss nicht zwangsläufig eintreten, zumal wichtige Arbeiten für die Beschlussvorlage bereits erfolgt sind.

Aus meiner Sicht wäre es eine gute Entscheidung, würde mindestens eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung den Wünschen einer Gruppe von Niederlehmer Einwohnern nach Ablehnung der Beschlussvorlage nicht entsprechen. In ihr geht es ohnehin erst einmal nur darum, sie einer breiten Öffentlichkeit zur Diskussion zur Verfügung zu stellen.


Weiterführende Links:

© Symbolbild Adobe Stock

Zu vermieten

Am Bedarf vorbeigebaut

25. September 2026

Dr. Marina Kreisel

Zahlen, die die Kommunalpolitik im Interesse unserer Kommune nicht weiterhin ignorieren darf

Kürzlich erschien in der Märkischen Allgemeinen Zeitung ein Beitrag des Journalisten Oliver Fischer mit dem folgenden Titel: „Wo Neubau zum Luxus wird“ (Märkische Allgemeine Zeitung, 12./13.09.2026, S. 15). Eingeleitet wird er mit den Worten: „Wer in Königs Wusterhausen eine Wohnung sucht, hat die Qual der Wahl. Allein Immobilienscout bietet 119 Wohnungen im Stadtgebiet an.“ (S. 15) Da frage auch ich: Ist das der viel beklagte Wohnungsmangel in Königs Wusterhausen, der als Begründung für fortgesetztes Bauen von Neubauwohnungen in unserer Kommune herhalten muss? Wie sieht er in Königs Wusterhausen tatsächlich aus?

Der Artikel verdient aus meiner Sicht von uns Bürgern, aber erst recht von Stadtverordneten besondere Aufmerksamkeit; denn er leistet etwas, was nach meiner Auffassung die Stadtverwaltung längst hätte getan haben müssen, was sie jedoch – zumindest öffentlich – bisher beharrlich vermeidet: die Hinwendung zum inzwischen unübersehbaren Leerstand an Neubauwohnungen in Königs Wusterhausen und zu Ursachen dieser Situation.

Daran müsste doch die Stadtverwaltung ein ureigenes Interesse haben, ebenso jeder Stadtverordnete selbst. Denn eine solide städtebauliche Entwicklung mit Entscheidungen über Bebauungspläne kleineren oder größeren Umfanges braucht auch eine annähernd solide analytische Basis, nicht vollmundige Ankündigungen, Absichtserklärungen, Verheißungen, wonach in der Stadtverordnetenversammlung befürwortete Großneubauprojekte Wohnraum schaffen würden für den Feuerwehrmann, für die Krankenschwester, für die Erzieherin.

Dieses immer wieder kritisierte pauschale Lieblingsargument nicht nur unserer Bürgermeisterin Michaela Wiezorek war und ist allerdings – hier bleiben wir in unserer Kommune – fern der Realität von Königs Wusterhausen. Daran lässt nun auch der Beitrag in der Märkischen Allgemeinen Zeitung, der sich relativ intensiv mit dem Problem befasst und es zudem in brandenburgische Verhältnisse einordnet, keinen Zweifel. Mit Blick auf Königs Wusterhausen lautet sein Tenor: Neubauwohnungen sind stark am Bedarf der hiesigen Bevölkerung vorbeigebaut worden, die „meisten Königs Wusterhausener können die Quadratmetermieten im Neubau gar nicht zahlen“ (S. 15).

Das ist keine wirkliche Überraschung, keine neue Erkenntnis für jene, die das Mantra Bauen, Bauen, Bauen stets als falschen Ansatz gewertet haben, weil er wichtige andere Aspekte ausklammert – dennoch zäh am Leben bleibt. Auch unter Kommunalpolitikern in unserer Kommune.

Gegenwind ist angesichts dieser Situation mehr als nötig. Und Oliver Fischers Beitrag vermag vielleicht ein wenig Gegenwind auf spezifische Weise zu erzeugen; er unterscheidet sich nämlich klar von dem, was in Diskussionen zu Bauvorhaben in kommunalpolitischen Gremien von Königs Wusterhausen häufig üblich ist, auch hinsichtlich Kritik – er verbleibt nicht auf der sprachlichen Ebene, nicht bei Allgemeinplätzen, nicht bei politischen Begründungen, sondern er arbeitet mit ausgewählten Zahlen, stellt Bezüge zwischen ihnen her, Zusammenhänge.

So kann erhellt werden, dass der Leerstand im Bereich Wohnungsneubau sehr wohl auf tiefere Ursachen zurückgeht, die nicht erst seit heute existieren, obwohl sie aktuell teilweise verschärft werden. Nein, in der Verteuerung von Baustoffen mit ihren Ursachen liegt keine ausreichende Erklärung für den Leerstand, so gern sie mancher vermutlich hätte.

Vielmehr erhellt Oliver Fischers Text – die Zahlen zeigen es –, dass Leerstand in Königs Wusterhausen unter skizzierten Bedingungen geradezu vorprogrammiert ist. Legt man die ausgewählten Zahlen zugrunde (tatsächliches Einkommen, erforderliches Einkommen, Durchschnittseinkommen, Miethöhe, Wohnungsgröße, Personenanzahl usw.), zeichnet sich ab, was unter dem Aspekt „Miete“ geht oder nicht, für wen oder für wen nicht. Einfache Mathematik. Das verdeutlicht beispielsweise der folgende Auszug:

„Königs Wusterhausen liegt als Stadt zwar über dem Einkommensniveau vieler anderer brandenburgischer Städte. Dennoch hat nur jeder fünfte Haushalt ein Einkommen von 5000 Euro und mehr. So viel braucht man mindestens, um sich eine familientaugliche Neubauwohnung mit 80 bis 100 Quadratmetern leisten zu können. Eine der günstigen Sorte.

Das Uferquartier der BUWOG ist nicht günstig. Dort kostet eine Vier-Zimmer-Terrassenwohnung mit 104 Quadratmetern 1835 Euro warm. Geht man davon aus, dass die Wohnkosten nur 30 Prozent des Haushaltsnettos ausmachen sollten, ist eine solche Wohnung erst ab einem Einkommen von 6100 Euro bezahlbar. Im Wohngebiet am Darwinbogen wäre schon ein verfügbares Einkommen von 5000 Euro für 98 Quadratmeter ausreichend. Aber nur gerade so.

Solche Wohnungen zielen auf Paare mit ein oder zwei Kindern. Das ist die Gruppe mit den höchsten Einkommen. Singles, Alleinerziehende mit Kindern oder Rentner verdienen deutlich weniger. Speziell für Singles sieht es auf dem Wohnungsmarkt kritischer aus, zumal kleinere Wohnungen im Verhältnis eher teurer sind als größere.

Nur etwa jeder zehnte Alleinstehende könnte mit seinem Einkommen eine kleine Neubauwohnung überhaupt bezahlen. Bei Zweier-Haushalten dürften es je nach Wohnung zwischen zehn und zwanzig Prozent sein.

Bei Familien mit Kindern liegt der Anteil, die sich Neubau leisten könnten, höher. Landesweit hat mehr als die Hälfte der Vierpersonen-Haushalte ein monatliches Einkommen von über 5000 Euro. Theoretisch könnte sich auch in Königs Wusterhausen jede zweite Familie eine Wohnung am Darwinbogen leisten. Gerade dieses Klientel lebt aber häufig in einem Haus und braucht gar keine Mietwohnung.“ (S. 15)

Die Zahlen – ergänzt mit weiteren – belegen, warum ein Leerstand im Neubaubereich unter derartigen Bedingungen fast unvermeidbar ist. Und sie belegen – ähnlich wie Wartelisten der Wohnungsbaugesellschaft von Königs Wusterhausen mit bezahlbaren Wohnungen im dortigen Bestand –, dass dieser Leerstand ein Ausdruck für Bauen stark vorbei am Bedarf eines großen Teils der Bevölkerung ist.

Angesichts dieser Entwicklung scheint mir mehr als bloß ein kurzer kritischer Blick auch auf die künftige Wohnbebauung in Königs Wusterhausen erforderlich zu sein, besonders des Königsparks. Eine tiefergehende Erörterung wird aus meiner Sicht zudem deshalb gebraucht, weil unsere repräsentierfreudige Bürgermeisterin in der Öffentlichkeit wiederholt den Eindruck vermittelt – gewissermaßen über die Köpfe der Stadtverordneten hinweg –, als sei über den Königspark und über seine vorgesehene, sehr umfängliche Wohnbebauung bereits alles entschieden.

Das ist eben formal bisher nicht der Fall; denn es liegt noch immer kein in der Stadtverordnetenversammlung genehmigter, veränderter Bebauungsplan vor. Daran ändert auch die Befragung zum Königspark nichts; hier greift kein Entscheidungsautomatismus. „Das Ergebnis der Befragung ist nicht bindend.“ (Beteiligungssatzung § 4, Absatz 5).

Und auf der Grundlage der Zahlen, wie sie nun Oliver Fischer im Artikel der Märkischen Allgemeinen Zeitung für jedermann sichtbar gemacht hat, sind Stadtverwaltung und Stadtverordnete doch geradezu aufgefordert, sich mit Leerstand im Wohnungsneubau – meines Erachtens unter ihrer Mitwirkung begünstigt – intensiver zu befassen und ihre Entscheidungen zu überdenken. Vielleicht geschieht das auch mit stärkerer Wortmeldung aus der Bevölkerung heraus, die aus verschiedenen Gründen am unübersehbaren Neubauleerstand in Königs Wusterhausen und seiner Fortsetzung kein Interesse haben kann, ihre Bedürfnisse aber in dieser Hinsicht von der Mehrheit der Stadtverordneten nicht ausreichend oder gar nicht vertreten sieht.

Kurze Zusatzbemerkung: Einen wichtigen Fragenkomplex berührt der Artikel der Märkischen Allgemeinen Zeitung leider nicht: Warum können sich Immobilienkonzerne über längere Zeit selbst einen großen Leerstand an Neubauwohnungen leisten? Welche Gesetze wenden sie an, um in dieser Situation keine finanziellen Verluste machen zu müssen? Und was bedeutet das für die Kommunalpolitik in Königs Wusterhausen?

https://www.maz-online.de/lokales/dahme-spreewald/koenigs-wusterhausen/15-euro-pro-quadratmeter-und-noch-teurer-warum-sich-viele-menschen-in-kw-neubau-wohnungen-nicht-DVHFTWFB4BGPBA4E3B64W5HGLY.html

 

72 Stellen mehr – und fast fünf Millionen Euro zusätzliche Personalkosten

14. September 2026

Der Zernsdorfer Bürger Wolfgang Almus fordert mit einer Petition Konsequenzen aus dem starken Personalaufwuchs in der Königs Wusterhausener Stadtverwaltung. Die Zahlen werfen Fragen auf.

2021 wies der Stellenplan für die Angestellten der Stadtverwaltung 243 Stellen aus. Für 2026/2027 sind es 315 – 72 Stellen mehr. Gleichzeitig stieg die Einwohnerzahl nach den in der Petition genannten Zahlen lediglich von 38.283 auf 40.136.

Almus hat die Personalkosten beider Stellenpläne auf das Tarifniveau 2026 hochgerechnet. Danach steigen sie von rund 14,7 Millionen auf 19,6 Millionen Euro jährlich – knapp fünf Millionen Euro mehr.

Auffällig ist dabei nicht nur die Zahl zusätzlicher Stellen. Seit 2021 wurde auch die Führungsstruktur der Verwaltung erheblich ausgebaut. Hinzu kamen unter anderem Beigeordneten-, Dezernenten- und Amtsleiterstellen.

Und das ausgerechnet in einer Stadt, deren Haushaltsplanung für die kommenden Jahre Defizite zwischen 9 und mehr als 13 Millionen Euro ausweist.

Almus fordert deshalb, die Verwaltungsreform und den Stellenaufwuchs zu überprüfen und zunächst einen Einstellungs- und Umwandlungsstopp zu verhängen.

Die eigentliche Frage lautet damit: Warum braucht Königs Wusterhausen heute 72 Verwaltungsstellen mehr als 2021 – und ist diese Struktur angesichts der Haushaltslage noch finanzierbar?

(Das Symbolbild wurde mit KI erstellt.)

Bahnverkehr rund um Königs Wusterhausen ab 18. September stark eingeschränkt

14. September 2026

Ab Freitag, 18. September 2026, kommt es im Regional- und S-Bahn-Verkehr rund um Königs Wusterhausen zu umfangreichen Einschränkungen. Betroffen sind unter anderem die Linien RE2, RE7, RE20 und RB22 sowie an zwei Wochenenden der S-Bahn-Verkehr in Richtung Berlin. Die Einschränkungen dauern teilweise bis zum 2. Oktober.

Nach Angaben der Deutschen Bahn kommt es aufgrund von Bauarbeiten zu folgenden Änderungen:

Regionalverkehr

RE2:
Vom 18. bis 27. September fallen die Züge zwischen Berlin-Schöneweide und Halbe aus. Vom 27. September bis 2. Oktober ist der Abschnitt zwischen Berlin-Schöneweide und Bestensee betroffen.

RE7:
Vom 18. bis 26. September fahren keine Züge zwischen Berlin-Ostbahnhof und Halbe. Vom 27. September bis 2. Oktober fallen die Züge zwischen Berlin-Ostbahnhof und Lübben aus.

RE20:
Vom 18. September bis 2. Oktober fallen die Züge zwischen Flughafen BER und Lübbenau beziehungsweise Cottbus aus.

RB22:
Vom 18. September bis 2. Oktober fallen die Züge zwischen Königs Wusterhausen und Flughafen BER aus.

Damit sind neben Königs Wusterhausen unter anderem auch Bestensee und Halbe von den Einschränkungen betroffen.

S-Bahn an zwei Wochenenden unterbrochen

Auch bei der S-Bahn gibt es Einschränkungen auf der Strecke südöstlich von Berlin.

Betroffen sind die Zeiträume:

  • Freitag, 18. September, 21.45 Uhr, bis Montag, 21. September, 1.30 Uhr
  • Freitag, 25. September, 4 Uhr, bis Montag, 28. September, 1.30 Uhr

In diesen Zeiträumen ist der S-Bahn-Verkehr auf dem Abschnitt zwischen Königs Wusterhausen beziehungsweise Wildau und Berlin-Grünau betroffen. Für die gesperrten Abschnitte wird Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Fahrgäste sollten Verbindung vor Fahrtantritt prüfen

Da sich durch die Bauarbeiten Abfahrtszeiten, Umsteigeverbindungen und Fahrzeiten ändern können, empfiehlt sich vor Fahrtantritt eine Prüfung der jeweiligen Verbindung über den DB Navigator, die Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn oder die Informationen der S-Bahn Berlin.

Quelle: Deutsche Bahn / S-Bahn Berlin

© Symbolbild Adobe Stock

Augenklinik Königs Wusterhausen eröffnet Neubau

4. September 2026

Die Augenklinik Königs Wusterhausen hat ihren Neubau an der Köpenicker Straße eröffnet. Nach 35 Jahren am Standort wurden die neuen Räumlichkeiten am 28. August gemeinsam mit dem Team offiziell eingeweiht und in Betrieb genommen.

Mit der Erweiterung erhält die Klinik vor allem für die ambulante Versorgung zusätzliche Kapazitäten. Mehr Platz gibt es künftig unter anderem im Wartebereich sowie für Vorbereitung und Diagnostik. Die neuen Räume sind großzügig angelegt und barrierearm gestaltet. Auch die operative Behandlung, die einen Schwerpunkt der Augenklinik bildet, soll von den erweiterten Möglichkeiten profitieren.

Zur Eröffnung kamen nach Angaben der Klinik zahlreiche langjährige Patientinnen und Patienten, Ärztinnen und Ärzte sowie Vertreterinnen und Vertreter der Regionalpolitik. Auch Beschäftigte des benachbarten Krankenhauses informierten sich über die Erweiterung.

Die Augenklinik wird von Friedemann Schönewolf und Dr. Ammar Heider geführt. Seit April 2025 arbeiten die beiden Inhaber an der Modernisierung der Einrichtung. Zu den medizinischen Schwerpunkten gehören unter anderem die Behandlung des grauen und grünen Stars, Injektionstherapien bei Erkrankungen der Netzhaut und Makula sowie plastisch-rekonstruktive Eingriffe. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Netzhautchirurgie, wodurch nach Angaben der Klinik auch komplexere Eingriffe wohnortnah durchgeführt werden können.

„Auch mit unseren Modernisierungen und Neuerungen bleibt unser Anspruch beständig: für jeden Patienten und jede Patientin unser Bestes zu geben und die Qualität unserer Arbeit stetig weiterzuentwickeln“, erklären Schönewolf und Heider anlässlich der Eröffnung.

Augenklinik Königs Wusterhausen
Köpenicker Straße 29
15711 Königs Wusterhausen

Herr Dr. Heider (links) und Herr Schönewolf (rechts)

Mehr Grün und Schatten für den Park am Wasserturm in Zernsdorf

1. September 2026

Eine neue Initiative in Zernsdorf möchte den Park am Wasserturm grüner und insbesondere den dortigen Spielplatz im Sommer besser nutzbar machen. Dazu wurden zwei Online-Petitionen gestartet, die sich für eine stärkere Begrünung des Parks und eine Verschattung des Spielplatzes einsetzen.

Der rund 13.300 Quadratmeter große Park verfügt nach Angaben der Initiative derzeit über weniger als 20 Bäume. Besonders deutlich wird das Problem am Spielplatz: Dort gibt es praktisch keinen Schatten, sodass sich Spielgeräte und Sand an sonnigen Tagen stark aufheizen. Als mögliche Lösungen werden neben zusätzlichen Bäumen auch Sonnensegel oder andere bauliche Verschattungen vorgeschlagen.

Ganz einfach ist die Sache allerdings nicht. Auf dem früher industriell genutzten Gelände sind wegen der Altlastensanierung besondere Vorgaben zu beachten. Die Stadt hatte auf eine Anfrage zunächst erklärt, Baumpflanzungen auf der Grünfläche seien nicht zulässig. Die Initiative verweist dagegen auf die Begründung des geltenden Bebauungsplans: Dort sind für die Parkfläche ausdrücklich Gehölze mit geringen Wurzeltiefen vorgesehen. Welche Möglichkeiten tatsächlich bestehen, soll deshalb nun weiter geklärt werden.

Am Mittwoch, 2. September 2026, kommt das Thema in den Ortsbeirat Zernsdorf. Initiator Sascha Heuer will die Vorschläge dort vorstellen. Auch in der Bürgerfragestunde können Einwohner das Anliegen unterstützen. Die Sitzung beginnt um 18:00 Uhr im Bürgerhaus Zernsdorf, Friedrich-Engels-Straße 35.

Wer die Initiative unterstützen möchte, sollte deshalb nicht nur die beiden Petitionen mitzeichnen, sondern – wenn möglich – auch zur Ortsbeiratssitzung kommen. Gerade jetzt, wo das Thema erstmals konkret in die kommunalpolitische Beratung eingebracht wird, kann eine sichtbare Unterstützung aus Zernsdorf helfen, deutlich zu machen, dass Begrünung und Verschattung des Parks kein Einzelanliegen sind.

Mitzeichnen dauert nur wenige Minuten:

Begrünung des Parks am Wasserturm
https://www.openpetition.de/petition/online/begruenung-des-parks-am-wasserturm-zernsdorf

Verschattung des Spielplatzes
https://www.openpetition.de/petition/online/verschattung-des-spielplatzes-im-park-am-wasserturm-zernsdorf

Und wer Zeit hat: Mittwoch um 18:00 Uhr ins Bürgerhaus Zernsdorf kommen und das Anliegen vor Ort unterstützen.

„KW stinkt´s“ am 28.08.2026 vor dem Rathaus KW

31. August 2026

Kerstin Tottewitz für die BI „KW stinkt´s“

Wie angekündigt, wollen wir noch einmal auf die Veranstaltung der Bürgerinitiative „KW stinkt’s“ am 28. August vor dem Rathaus Königs Wusterhausen zurückkommen.

Wir hatten im Vorfeld über die Veranstaltung und die Hintergründe berichtet (Link). Nun zieht die Bürgerinitiative selbst Bilanz über den Abend vor dem Rathaus und den Workshop am folgenden Tag. Wir veröffentlichen den Bericht von Kerstin Tottewitz im Wortlaut.

Pünktlich mit dem Aufbau der Stühle und Tische hörte der Regen auf, so dass wir mit ungefähr vierzig Menschen einen gemütlichen Abend verbringen konnten. Bereits die Ankündigung der Versammlung hat uns Zuspruch auf der Website, neue Newsletteranmeldungen und Spendengelder gebracht.

Nach einer kurzen Begrüßung hat Gudrun Eichler mit einem Spottgedicht auf Wiesenhof, die Runde gelockert, so dass der von Frau Dr. Friederike Schmitz gehaltene Beitrag zu den Hintergründen der Massentierhaltung auf ein waches Publikum traf. Und da die Aufmerksamkeitsspanne nicht überdehnt wurde, denn die Atmosphäre war außerordentlich entspannt, konnte Kerstin Tottewitz noch in die laufenden Verfahren der Bürgerinitiative „KW stinkt´s“ gegen die Schlachthoferweiterung von Wiesenhof einführen.

Im Anschluss war Zeit für kleine angenehme Gespräche. Ein Tag wie er sein sollte. Fachlich interessant, trotzdem unterhaltsam und im gemeinsamen Austausch vielversprechend.

Am nächsten Tag wurde ein Workshop angeboten, der von Faba Konzepte e. V. vorbereitet war und uns als BI konkret die Möglichkeit gab, gemeinsam mit Interessierten neue Vorgehensweisen in unserer Auseinandersetzung mit Wiesenhof zu entwickeln. Das Gefühl, dann doch nicht ganz allein gegen den Giganten zu stehen, gab uns neue Kraft und beide Tage waren so perfekt aufeinander abgestimmt, dass wir schon die Wiederholung planen. Wegen der kalten Jahreszeit, die vor der Tür steht, werden wir wohl einen neuen Anlauf in Richtung Rathaus nehmen, denn beide Tage zeigten, wie groß das Interesse an unserer Arbeit ist. Wir danken allen für die Unterstützung im Vorfeld und die zwei wunderbaren Tage. Bis bald!

Impressionen von der Veranstaltung
Fotos: © BI „KW stinkt’s“

Rathaussaal abgesagt – Information und Protest jetzt vor dem Rathaus

25. August 2026

Die für Freitag angekündigte Informations- und Diskussionsveranstaltung zur geplanten Erweiterung des Geflügelschlachthofs in Niederlehme wird stattfinden – allerdings nicht wie ursprünglich geplant im Rathaussaal, sondern davor.

Die Bürgerinitiative „KW stinkt’s“ hat für

Freitag, 28. August 2026, von 18 bis 20 Uhr
vor dem Rathaus Königs Wusterhausen
Schlossstraße 3

eine Informations- und Protestveranstaltung angemeldet.

Ihr Motto:

„Das Rathaus wurde uns verwehrt – dann sind wir davor, weil Protest dort hingehört!“

Dabei soll es ausdrücklich nicht nur um die Absage des Rathaussaals gehen. Die ursprünglich vorgesehenen Informationen und Diskussionen über die geplante Wiesenhof-Erweiterung und die laufenden Verfahren finden weiterhin statt.

Stadt sagt Nutzung des Rathaussaals ab

Ursprünglich sollte die Veranstaltung im Rathaussaal stattfinden. Die Stadt Königs Wusterhausen teilte jedoch am 17. August mit, dass sie den Saal dafür nicht zur Verfügung stellt.

Nach Darstellung der Stadt war der Raum zunächst von SHIA e. V. für einen „Workshop Beteiligung“ angefragt und reserviert worden. Aus der später veröffentlichten Ankündigung habe sich für die Verwaltung eine andere Ausgestaltung ergeben. Die Stadt wertete die Veranstaltung nun als „Demonstrationsveranstaltung“ und hob die Reservierung auf. Ein Nutzungsvertrag sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht geschlossen gewesen.

Die vollständige Stellungnahme der Stadt ist auf deren Internetseite veröffentlicht.

Die Bürgerinitiative reagiert darauf nun mit der Verlagerung in den öffentlichen Raum: Wenn die Diskussion nicht im Rathaus stattfinden kann, soll sie vor dem Rathaus stattfinden.

Worum es eigentlich geht

Der Anlass der Veranstaltung bleibt die geplante Erweiterung des Geflügelschlachthofs in Niederlehme.

Nach den derzeit bekannten Planungen könnte die Schlachtkapazität künftig auf bis zu 150.000 Hühner pro Tag steigen. Parallel laufen beziehungsweise beginnen unterschiedliche Planungs- und Genehmigungsverfahren. Die Stadt stellt einen Bebauungsplan für das Sondergebiet „Geflügelschlachthof Niederlehme“ auf.

Die Bürgerinitiative will am Freitag über den Stand dieser Verfahren berichten und ihre Einwände erläutern. Dabei soll es unter anderem um mögliche Auswirkungen auf Anwohner, Umwelt und Wasserhaushalt, um Fragen des Tierschutzes sowie um die Möglichkeiten gehen, sich als Bürgerin oder Bürger an den Verfahren zu beteiligen.

Damit bleibt es auch nach der Absage des Saals bei dem, was ursprünglich angekündigt war: Information, Diskussion und Austausch über die geplante Erweiterung des Schlachthofs.

Hinzu kommt nun der Protest gegen die Entscheidung der Stadt, den Rathaussaal nicht zur Verfügung zu stellen.

Mit Campingstühlen vor das Rathaus

Die Bürgerinitiative plant bewusst keine Laufdemonstration, sondern eine stationäre Informations- und Protestveranstaltung vor dem Rathaus.

Banner und Transparente sollen aufgestellt, Flyer verteilt und über eine Lautsprecheranlage Beiträge zu den laufenden Verfahren gehalten werden. Auch Gespräche und Diskussionen mit Besucherinnen und Besuchern sind vorgesehen.

Dabei soll es durchaus etwas unkonventioneller zugehen: Ein Tisch und Campingstühle gehören zum Konzept. Wer teilnehmen und dabei sitzen möchte, kann deshalb gern einen eigenen Campingstuhl mitbringen.

Die Idee dahinter: Wenn für die Diskussion im Rathaus keine Stühle zur Verfügung stehen, bringt man sie eben selbst mit.

Freitag, 28. August: vorbeikommen und informieren

Informations- und Protestveranstaltung zur Wiesenhof-Erweiterung

Freitag, 28. August 2026
18 bis 20 Uhr
vor dem Rathaus Königs Wusterhausen
Schlossstraße 3, 15711 Königs Wusterhausen

Veranstalter ist die Bürgerinitiative „KW stinkt’s“.

Wer sich über die geplante Erweiterung des Schlachthofs, die laufenden Verfahren und die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung informieren oder mitdiskutieren möchte, ist eingeladen, vorbeizukommen.

Redaktioneller Hinweis

In unserer ersten Ankündigung der ursprünglich im Rathaussaal geplanten Veranstaltung hatten wir das Bündnis für Familie Königs Wusterhausen als Mitveranstalter genannt. Die Stadt hat inzwischen klargestellt, dass das Bündnis nicht Veranstalter der Veranstaltung war. Wir korrigieren diese Angabe entsprechend.

StreetFood on Tour in KW

20. August 2026

Vom 4. bis 6. September 2026 macht „StreetFood on Tour“ Station in Königs Wusterhausen. Am Nottekanal erwartet die Besucher an drei Tagen ein vielfältiges gastronomisches Angebot mit Foodtrucks und Genussständen.

Auf dem Speiseplan stehen herzhafte und süße Gerichte sowie internationale Spezialitäten, die vor Ort frisch zubereitet werden. Neben bekannten Klassikern sollen auch ausgefallenere Streetfood-Kreationen angeboten werden.

Die Veranstaltung versteht sich zugleich als Treffpunkt für Familien, Freunde und Besucher, die verschiedene kulinarische Angebote ausprobieren und einige Stunden in entspannter Atmosphäre am Nottekanal verbringen möchten.

Geöffnet ist „StreetFood on Tour“ am Freitag, 4. September, von 14 bis 22 Uhr, am Samstag von 11 bis 22 Uhr und am Sonntag von 11 bis 20 Uhr.

Der Eintritt ist an allen drei Veranstaltungstagen frei.