Autorenarchiv: madmin

Man liebt den Verrat, aber nicht den Verräter

20. Juni 2020

Ein Kommentar von Dr. Dieter Füting

Die Damen und Herren der SVV in KW von SPD, CDU, Linken, Bündnisgrünen, WirfürKW/BVO sowie zwei Fraktionslose kennen diesen berühmten Satz von Shakespeare – und wenn nicht, dann werden sie ihn kennenlernen.

Diesen Makel des Verräters am politischen Willen der großen Mehrheit der Wählerinnen und Wähler, die den parteilosen Swen Ennullat gewählt hatten, wird keiner mehr wegwischen oder wegreden können. Ihren Suspendierungsbeschluss werden sie als schwere politische Schuld tragen müssen.

Für mich war es in der Vergangenheit unerträglich geworden, immer wieder erleben zu müssen, wie die SPD und zuvor die Linken seit Jahren mit willigen Helfern Politik in der Stadt gemacht haben. Und so wie ich, haben sehr viele gedacht und gefühlt. Deshalb dieser Wahlerfolg für Swen Ennullat.

SPD, CDU, Linke und Verbündete sahen das Menetekel an der Wand. Es musste etwas in ihrem Sinne passieren. Und sie strickten alle zusammen ein engmaschiges Netz von Bezichtigungen und raffinierten Argumenten, dass der Bürgermeister nicht den Fortschritt der Stadt voranbringe, sondern den Stillstand manifestiere. Sie nannten die Verteidiger der Demokratie Spalter der Bürgerschaft.

Es war ein makaberes und abstoßendes Spiel, das sie niemals hätten gewinnen dürfen.
Ich sehe meine Suche nach einem besseren KW verraten!
Und ich bedauere sehr, dass sich jetzt die Spaltung der Stadt tatsächlich manifestieren wird.
Doch dieser Verrat ist teuer.

Kann persönlicher Frust in öffentliche Lügen und falsche Anschuldigungen münden?

14. Juni 2020

Stellungnahme der FWKW zu einem Leserbrief »Randbemerkungen in einer SVV-Sitzung« im KaWe-Kurier vom 10. Juni 2020

 

Er kann. So lesen wir einen Leserbrief von Frau Christel Heinitz (ehem. Mitglied von FWKW), der augenscheinlich nur ein Ziel hat – eine unabhängige, nein mehrere unabhängige Bürgervereinigungen in Misskredit zu bringen.

Bei der angesprochenen SVV-Sitzung am 2. Juni 2020 wurde von uns ein gemeinsames Statement der FWKW mit der UBL/UFL-Fraktion verlesen, dass das Gegenteil der Behauptung durch Frau C.H. zum Inhalt hatte: Beide Fraktionen haben GEGEN die Abwahl von Laura Lazarus als Vorsitzende votiert und das zudem vor der Wahl öffentlich bekannt gegeben. Da es ein schriftlich verfasstes Statement war, fand die Abstimmung unter den beiden Fraktionen bereits einige Zeit vorher statt, nämlich noch vor der Sitzung der SVV am 20. Mai 2020; denn hier war ja die Abwahl auch ein Tagesordnungspunkt und bekannter Weise verschoben worden auf die darauffolgende Sitzung.

Worüber hätten wir also bitteschön enttäuscht gewesen sein sollen??? Etwas Logik sollte Frau C.H. schon in Ihre Frustbriefe legen, damit man nicht sofort die Intentionen dabei erkennt.

Ebenso ist die Drohung, die Frau C.H. einem FWKW-Mitglied in den Mund legte »Mit den Weibern musst Du nicht sprechen, die kannst Du gleich im Kanal ertränken« eine freie Erfindung und wird im Übrigen von dem angeblich Angesprochenen und weiteren anwesenden Zeugen auch nicht bestätigt.*

Die letzte Unwahrheit, die  in diesem kurzen Leserbrief steckt, ist, dass mehrere Fraktionen und der Bürgermeister die Sitzung nach Vorlage des Ergebnisses prompt verlassen hätten; auch dazu gab es ein Statement , das von der UBL/UFL-Fraktion vorbereitet war und das die Begründung für das Verlassen der Sitzung (wie bei der vorangegangen auch) in der erhöhten Ansteckungsgefahr durch Corona begründete. Nochmal nichts mit »Enttäuschung« über eine  gescheiterte Abwahl, die ja gar nicht gewünscht war!

Stellt sich einmal mehr die Frage: Wem nützen diese plumpen Falschaussagen?

Soweit von uns – einfach ehrlich.
Fraktion FWKW

* Anmerkung: Frau C.H. stand trotz mehrmaligen Bitten am Tag nach der Veröffentlichung ihres Leserbriefes für den Vorsitzenden der FWKW nicht persönlich für eine Klärung des Sachverhalts zur Verfügung; Der Name des Mitglieds, das die Kanal-Aussage getroffen haben soll, wurde uns nicht genannt.

Wie weiter in Wildau?

10. Juni 2020

Fraktion Bürger für Wildau/Bündnis90/Die Grüne

Die Fraktion Bürger für Wildau/Bündnis90/Die Grünen meldet sich nach dem abgesagten Termin der Hauptausschusssitzung vom 2. Juni 2020 zu Wort.

Anmerkung der Redaktion: Wir werfen ja gern und öfter einen Blick über den Tellerrand, wenn es um kommunale Belange geht. In der Regel, um positive Anregungen und Vorbilder für unsere Kommune zu zeigen. Bei unserem direkten Nachbarn in Wildau ist es leider nicht das Positive, sondern der wachsende Unmut von Bürgern und einigen Parteien über Bürgermeisterin Angela Homuth (SPD), der uns zur Veröffentlichung des folgenden Wortwechsels bewegt.

Gestern wäre eigentlich eine Sitzung des Hauptausschusses gewesen. Weil hierzu nicht eingeladen worden war, fragten wir per Mail an, ob es denn nicht Wichtiges zu bereden gäbe und „Liegengebliebenes“ abgearbeitet werden müsste, schließlich tagen die Fachausschüsse seit dem 16.03.2020 in Wildau nicht mehr und die SVV-Sitzungen fanden seither coronabedingt mit verkürzten Tagesordnungen statt.

Wir erhielten prompt eine Antwort, der wir aber leider entnehmen mussten, dass die Verwaltung der Meinung ist, dass „weder Beratungsbedarf besteht noch etwas liegengeblieben ist“. Außerdem seien durch die monatlichen Sonder-SVVen Ladungsfristen für „dazwischenliegende“ Hauptausschüsse nicht einhaltbar und ohnehin sei es in Coronazeiten angezeigt, nicht unnötig zu tagen.

Unsere Verwunderung haben wir mit folgender Mail an die Verwaltung Ausdruck verliehen.

„Vielen Dank für Ihre Antwort.
Leider lässt uns diese ratlos zurück, weil wir uns schlicht nicht vorstellen können, dass es nach nunmehr fast 2 Monaten Pause hinsichtlich regulärer Treffen so gar keine Themen für gemeinsame Beratungen geben soll. Im Gegensatz zu Ihren Ausführungen zählen wir die beiden letzten SVV-Sitzungen nicht mit, wenn es um die Beratung der allgemeinen Angelegenheiten des städtischen Lebens geht, da diese, außerordentliche waren, die sich jeweils nur einem Thema widmeten. Betrachtet man also die letzte reguläre Sitzung vom 07.04.2020, kann man feststellen, dass diese doch schon erheblich weit zurückliegt. Führt man sich zudem vor Augen, dass auch diese schon (seinerzeit aus guten Gründen) mit einer verkürzten Tagesordnung abgehalten wurde, kann man, wie wir finden, schon auf den Gedanken kommen, dass Sachen liegengeblieben sind, nämlich mindestens die, die für den 07.04.2020 von der Tagesordnung genommen wurden. Hinzu kommen dann zumindest noch die Themen, die eh schon „in der Schwebe“ waren, wie z.B. die Änderung der Einwohnerbeteiligungssatzung. Hier erfuhren wir am 14.05.2020, dass die beauftragte Prüfung durch die Kommunalaufsicht nunmehr erfolgt ist, was zumindest unsere Neugier auf das Ergebnis geweckt hat, mit dem ja dann auch weitergearbeitet werden kann/muss.

Auch können wir uns nicht vorstellen, dass es keine neuen Themen gibt. Z.B. fand sich im Dahme-Kurier vom 27.05.2020 ein Artikel zum Neustart beim BER-Dialogforum. Es wird davon berichtet, dass es einen offiziellen Vertrag zwischen den Mitgliedern der kommunalen Arbeitsgemeinschaft geben soll, „um dem Dialogforum ein rechtssicheres Agieren nach außen und mit allen Partnern zu ermöglichen“. Weiter konnte man lesen: „Ein Großteil der BER-Anrainer-Kommunen sowie der Landkreis Dahme-Spreewald haben bereits grünes Licht für das sieben Seiten lange Papier gegeben.“ Zeuthen gehörte wohl am 27.05. noch nicht dazu, weil es hier in der letzten GV wohl noch einigen Diskussionsbedarf gab. Da in den Wildauer Gremien noch nicht über diesen Vertrag gesprochen wurde, wäre das doch sicher ein Thema, über das es zu sprechen lohnen würde, zumal die MAZ davon ausgeht, dass bis spätestens Ende Juni alle Mitglieder des Dialogforums den öffentlich-rechtlichen Vertrag unterzeichnen sollen.
Und dies sind alles Themen, die auch ohne die Coronakrise angestanden hätten. Hinzu kommen doch nun wahrscheinlich noch all die Themen, die wegen der Krise aufbrechen.

Nun kann man all dies sicher auch direkt in der nächsten SVV-Sitzung am 16.06.2020 besprechen. Dies birgt aber die „Gefahr“, dass entweder Themen sehr lange diskutiert werden müssen, weil eine Einigung noch in der laufenden Sitzung erzielt werden muss, oder dass Themen vertagt werden müssen, weil zu viele Fragen offenbleiben. Beidem könnte man vorbeugen, indem man die Themen in einem vorgelagerten Hauptausschuss schon mal miteinander bespricht, um dann noch Zeit zu haben, z.B. offenen Fragen bis zur SVV-Sitzung zu klären. So haben wir als kommunalpolitische Neulinge zumindest eine Teilfunktion des Hauptausschusses (und der Fachausschüsse) verstanden. Gerade jetzt, wo uns bereits fast zwei volle Umläufe der Fachausschüsse fehlen, wäre diese Vorberatung unseres Erachtens umso wichtiger.

Selbst wenn all das bis hierher beschriebene falsch wäre und wir tatsächlich nichts zu besprechen hätten, gäbe es unserer Meinung nach immer noch einen guten Grund, einen Hauptausschuss nicht ausfallen zu lassen, zumindest, wenn es uns schon gelungen wäre, eine Einwohnerfragestunde in einen solchen zu implementieren. Die letzte Möglichkeit für eine uneingeschränkte Bürgerbeteiligung liegt nämlich noch weiter zurück als die letzte reguläre SVV-Sitzung, die am 07.04. ja schon mit beschränkter Teilnehmer*innen-Anzahl auskommen musste. Und die Bürger*innen haben aktuell viele Fragen, was Gespräche auf der Straße und Mails an uns zu Themen wie z.B. dem eingeschränkten Regelbetrieb in unseren Kitas und dem Hort zeigen. Freilich könnten sie diese in unserem Hauptausschuss noch nicht stellen, aber zumindest über die SVV-Mitglieder hätten sie sie formulieren können.
Wir waren hundertprozentig überzeugt, dass die Absage der Fachausschüsse im März eine absolut richtige Entscheidung war. Ob ein vollständiger Ausschusssitzungsshutdown im aktuellen Sitzungsdurchlauf noch angemessen ist, erscheint uns hingegen fraglich. Man mag zur Lockerungspolitik verschiedene Einstellungen haben […], aber bei dem, was inzwischen wieder möglich/erlaubt ist, stellt sich uns die Frage, warum ausgerechnet Sitzungen kommunaler Gremien weiter ausgesetzt sein sollten.

Hinsichtlich Ihres Einwands bezüglich der Ladungsfrist fehlt uns das Detailwissen über den Arbeitsaufwand, der für das Einhalten dieser notwendig ist. Insofern bleibt uns hier nur der Wunsch, dass reguläre Ausschusssitzungen auch dann fristgemäß (9 Tage) geladen werden, wenn eine außerordentliche SVV-Sitzung 19 Tage vor dem entsprechenden Ausschuss stattfand.“

Nicht immer ist Neutralität drin, wo Neutralität verkauft wird

7. Juni 2020

Ein Kommentar zum Kommentar von Ekkehard Freytag in der MAZ vom 6.6.2020 von Matthias Fischer

Wie immer in jüngerer Zeit von der MAZ auch von Herrn Freytag ein definitiv einseitiger Kommentar mit eindeutiger Absicht. Ist ja verständlich von Seiten der MAZ und eines ihrer mittleren Chefs, nicht umsonst leistet sich die SPD Beteiligungen an diesem Medium in ihrem Portfolio. Aber von einer Regionalzeitung wie der MAZ wünsche ich mir mehr Neutralität, bessere Recherche und Sachkenntnis, ja auch mal die vermeintliche Gegenseite zu Wort kommen zu lassen.

Was mich nun wirklich wütend macht, ist, dass jetzt wieder die Masche mit der Nazikeule gegen Ennullat herausgeholt wird, statt sich mit seinen Argumenten auseinanderzusetzen und endlich einmal pflichtige Entscheidungen der  „übergeordneten Gremien“ einzufordern, über die man dann tatsächlich reden – und streiten – könnte. Hier wird ein schwerer Eingriff in die kommunale Selbstverwaltung einfach hingenommen und bestimmte Menschen lachen sich darüber auch noch ins Fäustchen.

Wie Grün ist ein Kunstrasenplatz?

5. Juni 2020

Priska Wollein, Stadtverordnete UBL/UFL

Von den Fraktionen SPD und Bündnis90/Die Grünen in der Stadtverordnetenversammlung Königs Wusterhausen wurde für die Sitzung am 9. Dezember 2019 folgende Beschlussvorlage eingebracht:

In den Haushalt 2020 werden 300.000 Euro für einen Zuschuss zum Bau eines Kunstrasenplatzes, der aus umweltfreundlichen und für die Natur unschädlich abbaubaren Materialien errichtet wird, auf dem Vereinsgelände des FSV Eintracht KW in Zeesen eingestellt.

Ich meine, dass ein solches Projekt – als Vorschlag einer Partei, die die Erhaltung einer ökologischen und gesunden Lebensumwelt in ihrem Programm hat – in keiner Weise zeitgemäß ist und weder ökologisch noch ökonomisch zu verantworten ist. Der Satz mit der Umweltfreundlichkeit und unschädlichen Abbaubarkeit eines Kunstrasens ist nach heutigem Stand der Technik schlicht absurd.

Daraus wird Kunstrasen hergestellt:

Für die Herstellung von Kunstrasen (den »Grashalmen«) kommen Garne aus Polypropylen, Polyethylen oder Polyamid in Frage. Das Trägergewebe der Fasern wird mit Urethan oder Latex beschichtet und zumeist zusätzlich stabilisiert, um ein Verziehen zu verhindern.

Polypropylen (PP):
Diese Fasern sind sehr reißfest und widerstandsfähig gegenüber mechanischer oder chemischer Einwirkung. PP wurden vor PE und Nylon entwickelt. Ein Material, das – mit Quarzsand verfüllt – die Eigenschaften eines natürlichen Putting Greens perfekt nachahmt.

Polyethylen (PE):
Diese synthetische Faser wird aus Olefinen erzeugt und wurde für die Herstellung von Kunstrasenflächen entwickelt. Sie hat ein niedriges spezifisches Gewicht, eine extrem hohe Feuchtigkeitsaufnahme, die gleiche Reisfestigkeit in trockenem und nassem Zustand und ist resistent gegen Flecken, Schimmelpilzbefall und Insekten. Die weichen und belastbaren PE-Fasern kommen vor allem in Kunstrasen für die Gartengestaltung und für Terrassen, Balkone etc. zum Einsatz. Wenn Kunstrasen aus PE richtig verlegt wird, trocknet er schnell, ist UV-resistent und hat überhaupt keine Probleme wenn er täglich beansprucht wird.
PE wird als Monofilament oder Slit Film verarbeitet. Slit Film Sorten, die in Sportplatz-Installationen verwendet werden, haben breite Halme, ähnlich den Fescue- und Bermuda-Gräsern. Währende Monofilament eher Rye und Blue Grass ähnelt.

Polyamid (PA = Nylon):
Fasern mit exzellenter Reisfestigkeit, Flexibilität, Haltbarkeit. Ist waschbar, trocknet schnell und ist widerstandsfähig gegenüber Insekten und Mikroorganismen. Nylon kann von allen 3 Fasern am meisten Feuchtigkeit aufnehmen. Nylon wird vor allem für Putting Greens aus Kunstrasen verwendet.

Alle drei Varianten sind ökologisch fragwürdig, da sie sich unter Sonneneinstrahlung durch UV Licht zersetzen und über die Lebensdauer hinweg erheblich Mengen an Mikroplastik frei werden, die direkt in die Umwelt gelangen. Hinzu kommen die erheblichen Entsorgungsprobleme nach Ablauf der Nutzungsdauer von ca. 8–12 Jahren.

Wovon die Grünen Stadtverordneten hingegen immer sprechen, wenn sie »ökologisch« meinen, ist das Füllmaterial. Hier kann man statt des Gummirecyclingmaterials auch Sand oder Kork verwenden. Die Variante mit Sand hat schlechtere Spieleigenschaften wegen fehlender Elastizität und eine erheblich höhere Verletzungsgefahr. Eine Korkfüllung ist schon wegen der Herkunft des Korks ökologisch in Frage zu stellen, ist aber als organisches Material wesentlich anfälliger für Zersetzung und Fäulnis und damit auch wesentlich wartungsaufwändiger. Beides, Sand oder Kork, lassen sich bei der Entsorgung nicht vom Oberflächenmaterial, insbesondere dem Zersetzungsprodukt Mikroplastik trennen und sind damit spätestens dann problematisch. Mal ganz abgesehen, dass der Rückbau und die Entsorgung noch in keiner Kalkulation zum KRP auftauchen… wer soll das eigentlich bezahlen?

Ein weiterer Aspekt ist, dass eine künstliche Fläche sich deutlich mehr erhitzt als Naturrasen und außerdem die CO2-Bilanz von Kunstrasen ggü. Naturrasen logischerweise grottenschlecht ausfällt. Ja, genau, auch Naturrasen, so kurz er sein mag, bindet CO2. Aber was soll man noch an Argumenten bringen, wo andere Interessen Vorrang haben?

Ich wünsche mir gerade von einer Partei, die sich ökologische Ziele ins Programm geschrieben hat, etwas mehr Sorgfalt und Weitblick in Bezug auf solche Vorschläge. Es entsteht doch sehr der Eindruck, dass man hier ausschließlich den Werbeversprechen der Industrie aufgesessen ist. Bei den in unserer Stadt vorhanden Flächen, die als Grün erhalten werden müssen, scheint mir ein solcher Vorschlag völlig aus der Zeit gefallen.

Anmerkung der Redaktion:
Einen interessanten Beitrag zur Entsorgungsproblematik findet man im Artikel „Friedhof der Kunstrasenplätze“ (Link)

Landrat, Landrat, du gehst einen schweren Gang

5. Juni 2020

Ein Kommentar von Dr. Dieter Füting

Landrat Stephan Loge macht Politik in KW.

Ist das nun ein starkes Signal, ein Warnschuss oder ein Rechtsbruch? Die MAZ weiß es wieder:„Nur wenn wirklich das Chaos ausbricht, wenn gegen Gesetze verstoßen wird oder eine Kommune nicht mehr handlungsfähig ist, schreiten höhere Stellen ein.“ (MAZ Dahmeland, S. 17, 5.6.2020)

Die Lage ist gespannt. Die Truppen des Landkreises aus Lübben haben sich im Marsch gesetzt. Und sie singen siegesgewiss nach dem Text von Jörg von Frundsberg, der die größte Schlacht im 16. Jahrhundert leitete:

Landrat Loge, führt uns an.
Tra la la, oh weh, oh weh.
Der die Schlacht gewann,
an der Dahme, vor KW.

Man möchte mit Georg von Frundsberg antworten:
Viel Feind, viel Ehr.
Wir werden sehen, Herr Landrat Loge.

Strandbad in Neue Mühle öffnet ab 6. Juni 2020

3. Juni 2020

Pressemitteilung der Stadt Königs Wusterhausen

Das Strandbad Neue Mühle öffnet ab Sonnabend, dem 06.06.2020, seine Pforten für Besucher. Nach der Zwangspause wegen der Eindämmungsmaßnahmen gegen das Coronavirus, freuen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nun auf große und kleine Badegäste am Krimnicksee.
Die Schließzeit der vergangenen Wochen wurde für verschiedene kleine Maßnahmen genutzt. Die Umkleidekabinen erhielten einen neuen Anstrich, Blumenbeete wurden neu angelegt und der Erste-Hilfe-Raum wurde neu gestaltet.
Natürlich werden die Vorgaben im Zuge des Coronavirus‘ umgesetzt. So wurde für das Strandbad ein Hygienekonzept erarbeitet. Dieses sieht unter anderem vor, dass maximal 250 Personen das Freibad gleichzeitig nutzen dürfen. Das entspricht den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e.V. . Zu-und Abgänge werden erfasst. Außerdem müssen sich die Gäste gemäß der Eindämmungsverordnung des Landes Brandenburg §5 Pkt. 4 und 5 mit ihren Vor- und Familiennamen, den vollständigen Anschriften und Telefonnummern in eine Liste eintragen. Die Liste wird nach vier Wochen vernichtet. Diese und weitere Punkte des Hygienekonzepts werden am Strandbad veröffentlicht.

„Auch wenn der Sonnenschein in den kommenden Tagen etwas nachlässt ist es schön, dass wir das Strandbad wieder öffnen können. Ich wünsche allen viel Spaß am und im Wasser und bedanke mich im Voraus für das Verständnis, dass die Hygieneregeln eingehalten werden müssen“, so Bürgermeister Swen Ennullat.

Das Strandbad hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Foto © Reik Anton

Die MAZ nennt es Kleinkrieg, ich nenne es Verteidigung der Demokratie

27. Mai 2020

Ein Kommentar von Dr. Dieter Füting

Kleinkrieg, so nennt das die MAZ am 27.5.2020 auf der Seite 14. Ich dagegen nenne es den ehrlichen Kampf eines mutigen Bürgermeisters gegen verkrustete Denkstrukturen und undurchsichtige Entscheidungsvorgänge in Vergangenheit und Gegenwart.
Das verdient unsere Anerkennung, und das braucht den Streit!
Für mich soll es ein Streit sein, um überhaupt zu verstehen, wie man sich eine kulturvolle Stadt träumen kann.
An Naivität und Gleichgültigkeit gegenüber einer kulturvollen Stadt stoße ich mich. Mich ärgert diese Verkümmerung des Bewusstseins, diese wahrgenommene Impotenz einiger Stadtverordneter, mit denen sich Herr Ennullat unsinnigerweise ständig auseinandersetzen muss. Und ich schaue mit neugierigem Respekt und Sympathie, wie er sich jedem Ausbruchsversuch und der naiv auftretenden Selbstsicherheit seiner Gegner entgegen stellt. Ich brauche diese Erfahrung wie reine Luft oder frisches Wasser. Deshalb wünsche ich mir, dass wir uns alle an unsere Geistesfähigkeit erinnern, an unser Potential an Kreativität, an unseren Möglichkeitssinn und unsere Fähigkeit zu Visionen. Unser Bürgermeister Swen Ennullat ist eine große Chance für unsere Stadt. Wir sollten ihn alle besser unterstützen.

Abbrucharbeiten der früheren Kita „Spielspaß“ kommen voran

20. Mai 2020

Pressemitteilung der Stadt Königs Wusterhausen

Der Abbruch der alten Kita „Spielspaß“ in der Rosa-Luxemburg-Straße in Königs Wusterhausen schreitet voran. Die Stilllegung bzw. Umverlegung von Medienträgern ist abgeschlossen. Bis Anfang Juni soll das Gelände beräumt sein, damit die Baustelle eingerichtet und weitere vorbereitende Arbeiten vorgenommen können. Mitte Juni soll der Neubau der integrativen Kindertagesstätte beginnen. Vorgesehen ist, dass der Rohbau im Dezember dieses Jahres fertig ist.

Es müssen zunächst weitere Maßnahmen am Bestandsgebäude abgeschlossen werden. So fordert das Umweltamt des Landkreises Dahme-Spreewald Nachbeprobungen, die sich auf einige der einst verwendeten Baumaterialien beziehen. Außerdem gibt es einen Mehraufwand beim Abbruch des Bestandsgebäudes wegen stärkerer Fußbodenaufbauten. Diese resultieren aus mehreren Sanierungsstufen. Vorsorglich wurden insgesamt 51.500 Euro als Mehrkosten eingeplant.

Die Gerüstarbeiten für den Rohbau sind bereits beauftragt. Weitere Ausschreibungsverfahren laufen. Dazu zählen u.a. der Einbau eines Aufzuges und der Fenster-Türen-Sonnenschutz des Neubaus.

Der Neubau kostet etwa 10,6 Millionen Euro. Im November 2021 soll die Kita in Betrieb genommen werden.

Foto © Reik Anton

 

Almosen oder echte Hilfe für Familien? Eine Grundsatzfrage

3. Mai 2020

Birgit Uhlworm, Fraktionsvorsitzende UBL-UFL in der SVV KW

2. Mai 2020

Presseerklärung der UBL-UFL-Fraktion der SVV Königs Wusterhausen zum AfD-Antrag „Essen für bedürftige Kinder“ sowie zum Antrag der Fraktionen SPD, CDU, Wir für KW/BVO, Bündnis90/Die Grünen, Linke und der Fraktionslosen Stadtverordneten Dirk Marx und Stefan Lummitzsch „Kostenloses Mittagessen an Kinder aus bedürftigen Familien“

Die UBL-UFL-Fraktion stellt klar:
Familien sind nicht bedürftig. Familien verdienen unser aller Wertschätzung und Hochachtung. Sie leisten gerade Herausragendes durch die Betreuung der Kinder und das gleichzeitige Arbeiten daheim. Bei den eingangs zitierten Anträgen sehen wir gleich mehrere Konflikte.

Es wird Eltern unterstellt, sie würden ihre Kinder nicht mit einem warmen Mittagessen versorgen. Diese Unterstellung weisen wir energisch zurück. Die Versorgung der Kinder gehört zu den Selbstverständlichkeiten in Familien.

Was den Eltern fehlt, ist einzig und allein Geld. Eltern brauchen angesichts steigender Lebensmittelpreise in diesen Zeiten mehr Geld, um ihre Kinder vollwertig ernähren zu können.
Und das heißt: der Regelsatz in der Grundsicherung ist dringend zu erhöhen. Genau diese Forderung stellen neben uns viele Verbände.

Den Eltern steht darüber hinaus auch das Geld aus dem Bildungs- und Teilhabepaket zu, weil sie gerade jetzt Bildung und Mittagessen für ihre Kinder absichern. Familien brauchen keine Almosen! Was soll eine Familie auch mit einer Liefermahlzeit täglich anfangen, wenn weitere Familienmitglieder dann immer noch bekocht werden müssen?

Des weiteren brauchen wir nicht mehr Müll und Umweltbelastung durch das Verpacken und Ausliefern der Essensportionen.

Familien sollten also – genau wie Unternehmen, die ja bereits staatliche finanzielle Unterstützung erhalten – Geldzahlungen erhalten, um selbst für sich zu sorgen. Eine moderne Familienpolitik setzt auf den Dreiklang von Geld – Zeit – Infrastruktur.

Die UBL-UFL-Fraktion steht für eine solche Politik und fordert sie ein.