Kategoriearchiv: ORTSTEILE

Gewissensfrage – ein Appell an die Einheitsfraktionen

9. Januar 2021

Priska Wollein, Stadtverordnete UBL/UFL

Eine Kurzfassung dieses Beitrags war der Redebeitrag von Priska Wollein, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion UBL/UFL in der SVV am 8. Januar 2021 anlässlich des Antrags der Einleitung eines Bürgerentscheids zur Abwahl von Swen Ennullat

Werte Kolleginnen und Kollegen der »Einheitspartei«,

Sie haben von Anfang an mit allen Mitteln und maximal versucht, die Arbeit des Bürgermeisters und in Folge auch seiner Verwaltung zu behindern, zu blockieren und darüber hinaus schlecht zur reden. Es ging von Anfang an darum, Erfolge und Fortschritte klein zu reden, Probleme aufzubauschen und Menschen, auch in Herrn Ennullats Umfeld, zu diskreditieren. Seit der Bürgermeisterwahl 2017 haben Sie im Prinzip nicht aufgehört, Wahlkampf zu führen – und Sie waren es, nicht der BM, die die SVV und die Verwaltung in einen beispiellosen Schlagabtausch mit juristischen Spitzfindigkeiten, Fallen und Ränkespielen getrieben haben. Dass bei Ihnen fünf Juristen, Frau Lazarus, der ehemalige Justizminister Stefan Ludwig, Herr Schröter, Herr Jablonski und der Lebensgefährte von Frau Lazarus Herr Möbus in der Sache federführend sind, zeigt den Menschen, dass es bei uns nicht mehr um die Sachebene und Menschenverstand geht. Anscheinend muss man heutzutage Richter oder ^Anwalt sein, um ein Ehrenamt für die Bürger unserer Stadt zu bekleiden.
Ich sage nicht, dass es alle 25 ihrer »Einheitspartei« hier im Gremium sind, die aktiv diese Angriffe mitbetreiben. Möglicherweise gibt es hier auch den einen oder die andere, denen hierbei nicht wohl ist und die sich möglicherweise unter Druck gesetzt fühlen, für diese Abwahl des BM zu stimmen. An sie appelliere ich, dass sie ihrem Gewissen folgen und hier und heute die rote Linie nicht überschreiten. Denn Sie alle wissen wohl, dass sie mit diesem Abwahlbegehren eine rote Linie überschreiten.
Ein Prozedere, das wir als Unabhängige Bürgerliste übrigens seit letztem Jahr in mehreren Kreisen und Kommunen in Brandenburg beobachten müssen und bei dem nicht zuletzt die Häufung Fragen aufwirft in Bezug auf eine Beugung kommunaler Gesetze zur Durchsetzung des politischen Willens von Parteien. Denn es handelt sich ausnahmslos um Amtspersonen ohne Parteibuch, die im Fokus der Angriffe stehen.

Viele Hunde sind des Hasen Tod.

Vorwürfe sind schnell konstruiert, aus einer Beanstandung wegen Zweifeln an der Rechtmäßigkeit eines Beschlusses wird schnell eine »Blockadehaltung« konstruiert. Konstruktive Auseinandersetzungen mit dem Kreis zum Wohle der Stadt werden durch Sie verhindert und das Positive ins Negative gekehrt. So wird ein Puzzlestück an das andere gefügt, und es entsteht das Bild eines selbstherrlichen Herrschers. Verstärkt und einseitig gestützt durch das führende regionale Printmedium, das zufällig in guten Händen der SPD ist. Denn das ist das Bild, dass Sie den Bürgern verkaufen wollen, weil es nicht sein kann, dass ein unbestechlicher Politiker diese wichtige Funktion einer wichtigen Stadt im Spannungsfeld von BER, Tesla, Mittelzentrum und Hauptstadtregion ausfüllt.
Sie haben mit ihren Versuchen einer Suspendierung des Bürgermeisters im letzten Jahr bereits die Lächerlichkeit ihrer Vorwürfe zur Schau gestellt. Keiner Ihrer 25 angeblichen Gründe war ausreichend, um die Entfernung des Bürgermeisters vom Dienst zu rechtfertigen und das hat das Verwaltungsgericht Cottbus bestätigt.
Die Ausgangssituation in dieser Stadt stellt sich kritisch dar: Wir haben heute extreme Wachstumsschmerzen, wir haben nach wie vor eine Pandemiesituation, und dazu kommt die Notwendigkeit der Kompensation von Unzulänglichkeiten und Versäumnissen aus früheren Zeiten. Allesamt sind es Einflüsse von außen, die Ennullat nicht selbst zu verantworten hat. Jetzt unserem Bürgermeister Versagen in den Amtsgeschäften vorzuwerfen, ist lächerlich: In Ennullats Amtszeit ist die Entwicklung der Stadt nicht nur im Bausektor ganz gewaltig vorangeschritten – Kitas und Schulen werden gebaut, die Verwaltung wurde umstrukturiert, die Feuerwehren aller Ortsteile gestärkt, in Größenordnungen Gewerbe angesiedelt, und nebenbei die Coronakrise besser als jede andere Kommune im Umkreis bewältigt.
Und dies, obwohl Sie als »Einheitspartei« jede Gelegenheit nutzten, die Führung unserer Stadt zu blockieren! Wieviel mehr könnte möglich sein, wenn Sie gemeinsam mit der Verwaltung und dem BM an einem Strang ziehen würden! Aber es darf ja nicht sein… Der Schachzug mit der Behinderung des Haushaltsentwurfs 2020 durch Ihre Vorlage zur Förderung eines privaten Vereins ist da nur die Spitze des Eisbergs. Dank Ennullat und seinen Mitarbeitern hat aber selbst die Haushaltsblockade im letzten Jahr nicht zum Stillstand geführt – und zwar neben all den schwerwiegenden Einschränkungen durch Corona.

Ich appelliere an Sie: Beenden Sie Ihre Blockade einer ganzen Stadt, die endlich versucht, sich vom Filz ihrer Vergangenheit zu lösen! Treten Sie meinetwegen zurück, aber lassen Sie den Bürgermeister und seine Mitarbeiter ihre Arbeit machen! Dass er das kann, hat er bereits in den wenigen Amtsjahren bewiesen, in denen er von Null an den Laden zum Laufen gebracht hat. Ich erinnere Sie gerne an das komplett ausgeräumte Büro, das er ohne jede Übergabe der Amtsgeschäfte vorfand…

Fangen Sie heute an, Ihre eigene kurze Amtszeit konstruktiv zu nutzen und dem Willen Ihrer Wähler gerecht zu werden. Zeigen Sie endlich, wofür Sie gewählt wurden, denn das war ganz sicher nicht die Abwahl des kurz zuvor gewählten Bürgermeisters.
Heute entscheiden Sie darüber, ob es weitere acht Monate wieder nur um Macht und Posten geht. Die gesamte Verwaltung wird durch Bürgerentscheid und mögliche Neuwahl gelähmt, Kräfte und Kapazitäten werden weiter für Ihre Machtspiele vergeudet.
Sie entscheiden auch darüber, welches Vertrauen Wählerinnen und Wähler in die Funktionsfähigkeit ihrer Stadt mit den BEIDEN Organen SVV und Bürgermeister noch setzen können, welches Vertrauen sie in den Wert ihrer Stimme und in die Demokratischen Grundsätze haben können.

 

KW Stinkt’s – Ein persönlicher Jahresrückblick

17. Dezember 2020

Ein Offener Brief von Gudrun Eichler

Liebe UnterstützerInnen bei der Verhinderung der Erweiterung des Schlachthofes Wiesenhof in Niederlehme,

bevor 2020 zu Ende geht, möchte sich unsere Bürgerinitiative KW stinkt´s bei Ihnen noch ein letztes Mal melden.
Seit vier Jahren versuchen wir, die Erhöhung der Schlachtkapazität zu verhindern – mit Erfolg! Bisher haben wir alle Gerichtsverfahren gewonnen: Teilstilllegungsverfügung, vier Verfahren zu Akteneinsichten und am wichtigsten das Eilverfahren zur Rücknahme des Sofortvollzuges der Schlachtgenehmigung (zurück zur Ursprungskapazität).
Wiesenhof hat immer alle juristischen Möglichkeiten ausgereizt und versucht, uns damit finanziell ausbluten zu lassen. Denn die Verfahren und die sehr gute Arbeit unseres Anwaltes kosten Geld. Bei einem Sieg bekommt man aber nur einen Bruchteil der Kosten rückerstattet. Derzeit läuft das Verfahren vor dem Oberverwaltungsgericht über wiederum eine Beschwerde, weil Wiesenhof keine Niederlage akzeptiert.
Aus diesen Gründen ist unser BI-Mitglied Margit Hintze aus Neue Mühle wochenlang unterwegs gewesen und hat vorwiegend in Neue Mühle Spenden gesammelt. Diese überaus engagierte Frau hat über 1200€ gesammelt. Das ist großartig.
Deshalb bedanke ich mich sowohl bei Margit als auch bei den Spendern sehr herzlich im Namen aller, die etwas gegen Massentierhaltung und -schlachtung unternehmen, und fordern, dass sich auch Grosskonzerne an Recht und Gesetz halten wie jeder von uns einfachen BürgerInnen auch. Viele SpenderInnen sind identisch mit den Empfängern unseres Newsletters. Dass Sie trotz eigener Sorgen und Corona Interesse für Umwelt- und Tierschutz aufbringen, ist bemerkenswert. Also nochmal herzlichen Dank für Ihre Spenden!
Im Rahmen der Corona-Einschränkung stellen wir für dieses Jahr unsere persönliche Spendensammlung ein. Niemand soll durch unnötige Kontakte gefährdet werden. Und auch wir kommen nun zur Ruhe. Nächstes Jahr geht es weiter.

Natürlich können Sie weiter spenden, per Überweisung an den NABU, über Betterplace.org im Internet, aber auch persönlich unter Vorsichtsmassnahmen bei Margit oder bei mir zu Hause.

Es ist mir eine Herzensangelegenheit, Ihnen alles Gute zu wünschen, eine kleine schöne Weihnacht zu feiern, dieses schwierige Jahr entspannt zu Ende zu bringen und das Neue Jahr mit Mut und Hoffnung zu beginnen.

Bleiben Sie gesund!

Gudrun Eichler

Unterstützt uns bitte mit einer Spende für die Anwaltskosten, denn wir beschreiten den Rechtsweg. Egal ob groß oder klein, alles hilft im Kampf gegen den Wiesenhofkonzern und die Tierquälerei!

Spende der Bürgerstiftung KW

16. Dezember 2020

red

Am 15. Dezember 2020 übergab Knut Wischmann, Vorsitzender der Bürgerstiftung KW, dem Geschäftsführer des Stadtjugendrings Königs Wusterhausen e.V., Thomas Thiele, eine Spende der Bürgerstiftung in Höhe von 250 Euro.

Die Spendensumme soll dem Projekt „Hausboot“ des Jugendfreizeitzentrums Zernsdorf dienen, welches von Stadtjugendring Königs Wusterhausen e.V. betreut wird. Ursprünglich sollte dieser Scheck bereits im Monat November, anlässlich des im Bürgerhaus Zernsdorf geplanten Stammtisches der Bürgerstiftung übergeben werden. Die Veranstaltung musste wegen der coronabedingten Beschränkungen ausfallen.

Stellungnahme zu einem Flugblatt

14. Dezember 2020

Wolfgang Almus

Offener Brief an die Stadtverordneten der Fraktionen der SPD, CDU, Linkspartei, Bündnis90/Grüne, „Wir für KW“ sowie die Herren Lummitzsch und Marx

Ihre „Information für Bürgerinnen und Bürger in der Stadt Königs Wusterhausen“

Sehr geehrte Damen und Herren Stadtverordnete,

ich nehme es in Kauf, dass Einige schon beim Lesen meines Email-Absendernamens sofort wissen: Schon wieder „Rotz“ und „polemischer Spam“ (Originalzitat Marx) von diesem „Rechtsaußen“ aus Zernsdorf! Trotzdem schreibe ich Ihnen in der Hoffnung, Denkanstöße in der verfahrenen, jetzigen Situation geben zu können. Im Gegensatz zur vielfach vorgenommen Unterstellung, ich würde mich anmaßen, für die Gesamtheit der Bürgerschaft zu sprechen, betone ich ausdrücklich: Das Folgende ist meine persönliche Meinung! Wer meinen „offenen“ Brief nicht lesen mag, bediene sich der „Lösch“-Taste auf seinem Gerät.

Zur Sache: Wie viele Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt habe auch ich Kenntnis genommen von Ihrer „Information für Bürgerinnen und Bürger in der Stadt KW“. Ich habe sie mehrfach gelesen, fühle mich aber trotzdem nicht informiert. Ihr „Informationsblatt“ stellt nur den Versuch dar, den Abwahlantrag gegen den demokratisch gewählten Bürgermeister Ennullat zu rechtfertigen. Es enthält leider keinerlei Sachinformationen, die es tatsächlich gestatteten, sich ein wirkliches „Bild“ zu machen. Stattdessen wird m. E. mit Allgemeinplätzen, Unterstellungen und Halbwahrheiten gearbeitet, woraus dann vermeintlich plausible Schlussfolgerungen gezogen werden.

Mit seiner Wahlentscheidung hat der Bürger/die Bürgerin unserer Stadt Ihnen als Mandatsträger für die Dauer der Legislaturperiode „Gestaltungsmacht“ übertragen, dem Bürgermeister Ennullat für die Dauer seiner Amtszeit gleichermaßen. Diese „Macht“ der Mandatsträger und des Amtsträgers soll zur zukunftssicheren Gestaltung und Entwicklung unserer Stadt eingesetzt werden. Eine –ohne Zweifel!- äußerst schwierige und aufwändige Aufgabe für alle Beteiligten! Über alternative Möglichkeiten/Vorgehensweisen, auch über die Setzung notwendiger Prioritäten muss politisch „gestritten“ werden. Der Ort dafür ist ausschließlich unser Stadtparlament mit seinen Ausschüssen, dem auch der Bürgermeister qua Funktion angehört. Dort müssen sich Bürgermeister und Mandatsträger in konstruktiv-positivem Sinne „streiten“, Argumente abwägen, Kompromisse finden und dann -für den Bürger transparent- Entscheidungen fällen. Derartige politische Auseinandersetzungen zwischen politischen Gegnern auf Augenhöhe sind eine der unabdingbaren Voraussetzungen, damit ein demokratisches System funktioniert, beginnend auf der „untersten Einheit“ der Kommune. Gerade in einer Kommune wie unserer Stadt muss Kommunalpolitik immer „gläsern“ sein, ist doch die Einwohnerschaft unmittelbar davon betroffen. Kommunalpolitische Entscheidungen sind im Gegensatz z. B. zu EU-Entscheidungen „nah“ dran am Lebensumfeld der Bürgerinnen und Bürger, deshalb -transparente Entscheidungsfindung vorausgesetzt- auch unschwer zu verstehen, auch wenn Einzelne mit einzelnen Entscheidungen nicht immer einverstanden sein mögen. Trotzdem kann und muss der kommunalpolitische Abwägungsprozess mit seinen daraus resultierenden Entscheidungen in unserem Stadtparlament auch von Bürgerinnen/Bürgern mit abweichender Auffassung nachvollzogen und Akzeptanz für Entscheidungen des Stadtparlamentes hergestellt werden können.

War eine transparente und für die Bürgerin/den Bürger nachvollziehbare Entscheidungsfindung in unserem Stadtparlament in den vergangenen Legislaturperioden gegeben? Ich meine: Nein!

Wenn die politischen Entscheidungsträger unserer Stadt, also Bürgermeister und Stadtparlament, in den beiden letzten Jahrzehnten rechtzeitig, verantwortungsvoll und vorausschauend kommunalpolitisch agiert hätten, gäbe es heute in diesem Maße keinen so eklatanten Mangel an Kita- und Schulplätzen, es gäbe keine vom Steuerzahler zu bezahlenden, teuren Schul-Container, in denen unsere Kinder notdürftig unterrichtet werden müssen. Es gäbe auch keine -mehr als überreichlich aus Steuereinnahmen subventionierte- Montessori-Schule mit einer Festmiete von nur 2,45 €/qm (seit 2008 bis 2024!) statt angemessener ca. 10 € heute (Anmerkung: ich bin nicht gegen Privatschulen, es geht hier um die Höhe und den Zeitraum der Subventionierung!). Es gäbe keinen Arztmangel, es gäbe genügend bezahlbaren Wohnraum, für Fußgänger und Radfahrer sichere Straßen, es gäbe kein Problem der Innenstadt-Verödung (z. B. Fehlentwicklungsproblem „Kaufland“-Standort), es gäbe genügend Parkraum für PKW und Fahrräder im Bahnhofsumfeld, es gäbe eine angemessene Höhe der LDS-Kreisumlage (siehe Prozessentwicklung Eichwalde ./. Landkreis!) usw. usw. Selbstverständlich kann nicht immer alles „punktgenau“ geplant und umgesetzt werden, Menschen können ja nicht in die Zukunft blicken. Es geht hier ausschließlich um den massiven Umfang der aktuell anstehenden Probleme und den erheblichen Investitionsbedarf, weil in den letzten zwei Jahrzehnten trotz erwartbaren Bevölkerungswachstums einer Stadt im „Speckgürtel“ Berlins vorsorgende Planung und erforderliche Investitionen schlicht unterlassen wurden.

Unter Linkspartei-Ludwig und SPD-Franzke/CDU-Perlick wurden, statt z. B. in Kitas und Schulen oder in die Infrastruktur zu investieren, auf der Grundlage von intransparenten (z. T. leider auch rechtswidrigen) SVV-Mehrheitsentscheidungen unsere Steuergelder für Prestige-Objekte (meiner Auffassung nach) „verballert“. Ich nenne das „bürgerferne Politik“, von Ihnen wird meine Kritik pauschal leider als Ignoranz, Polemik, „Rechtsaußen“-Äußerung o. ä. abgewertet.

Wurden und werden kommunalpolitische Auseinandersetzungen seit Amtsantritt des Bürgermeisters Ennullat fair und transparent in unserem Stadtparlament und seinen Ausschüssen ausgetragen? Ich meine: Nein!

Ich rekapituliere: Schon während des Bürgermeister-Wahlkampfes wurde der Mensch Ennullat öffentlich diffamiert („rechter Schlapphut“ z. B., begrifflich nah am Text von Herrn Reimann zitiert). So etwas geht eigentlich gar nicht!

Ein paar Tage nach seiner fulminanten Wahl zum Bürgermeister wurde das Privathaus der Familie Ennullat wegen angeblicher „Akten-Unterschlagung“ (Jahre nach seiner Rathaus-Tätigkeit als Fachbereichsleiter!) durchsucht. Diese Hausdurchsuchung sollte natürlich eigentlich zur Beeinflussung der Wahlentscheidungen der Bürgerschaft noch vor der Bürgermeister-Wahl durchgeführt werden. Denn: Wer wählt schon einen Kandidaten zum Bürgermeister, bei dem gerade auf richterliche Anordnung hin eine Hausdurchsuchung durchgeführt worden ist? Wo Rauch ist, da ist schließlich auch Feuer! So war mit Sicherheit die Absicht, nur das Timing war schlecht. Wer dahinter gesteckt hat, ist unbekannt, ein Verdacht jedoch naheliegend.

Aber klar wurde: Ein Bürgermeister Ennullat ist kein „politischer Gegner“, er ist der „Feind“ schlechthin, gegen den zusammengehalten werden, der weg muss, koste es, was es wolle. So entstand aus meiner Sicht der „Mehrheitsblock“, bestehend aus den Fraktionen SPD, CDU, Linkspartei, Bündnis90/Grüne, „Wir für KW“ und den Herren Lummitzsch und Marx (mit ihrer ganz speziellen Geschichte).

Dieser Mehrheitsblock beruft sich nun unablässig auf „demokratische Mehrheitsentscheidungen“ unseres Stadtparlamentes, die der Bürgermeister „egoistisch und pflichtverletzend“ ignoriere, statt (Zitat aus Ihrer o. g. „Information“) „zu gestalten und sachorientiert das Leben, Wohnen und Arbeiten von uns Bürgern zu verbessern“.

Ich bin sehr überrascht: Die Steuergelder in Höhe von 1,2 Mio. € z. B., die der Mehrheitsblock dem Zeesener Sportverein „Eintracht 1910“ für einen „Kunstrasenplatz“ und eine neue Flutlichtanlage mit einem Dauer-Abonnement auf weitere Steuergelder zukommen lassen will, „verbessern Leben, Wohnen und Arbeiten von uns Bürgern“? Ich dachte bislang immer, dass gute öffentliche Kitas, gute öffentliche Grund- und Oberschulen, eine pädagogisch gute Kinder- und Jugendarbeit, öffentlich zugängliche Sportanlagen/Spielplätze, eine gute städtische Infrastruktur usw. entscheidend sind für „Leben, Wohnen und Arbeiten“ in unserer Stadt.

Wird der Bürgerin/dem Bürger verständlich gemacht, weshalb der Mehrheitsblock wegen einer beabsichtigten, äußerst spendablen Förderung (aus Steuermitteln) eines mit dem Stadtparlament gut vernetzten Sportvereins der Haushaltsvorlage des Bürgermeisters für 2020 und für 2021 nicht zustimmt? Mir war und ist das nicht verständlich, in Ihrer o.g. „Information“ wird mir das jedenfalls auch nicht deutlich. Ich verstehe weder die aus Ihrer Sicht offensichtlich extrem hohe Bedeutung der umfangreichen Förderung gerade dieses Sportvereins, der ja bereits mit 360.000 € gefördert worden ist, noch erschließt sich mir, weshalb die Stadt wegen dieses Streits „lahmgelegt“ wurde und wird.

Natürlich ist, wie in anderen Kommunen mit gültiger Haushaltssatzung gehandhabt, ohne gültige Haushaltssatzung 2020 in Königs Wusterhausen z. B. keine „kostenlose Lieferung von Mittagessen an bedürftige Familien“ möglich, auch kein „Rettungsschirm für soziale Vereine und Gewerbetreibende“, wie Sie schreiben. Selbstverständlich hätte der Bürgermeister nach meiner Einschätzung derartige Maßnahmen ebenfalls unterstützt, wenn es eine gültige Haushaltssatzung gegeben hätte. Also hätte sich der Mehrheitsblock doch besinnen müssen und den Haushalt 2020 im Frühjahr zu Beginn der Corona-Pandemie ohne die seltsamen Zuwendungen für die „Eintracht 1910“ unverzüglich beschließen können. Das hat er aber nicht, obwohl sich die Folgen der Pandemie frühzeitig abgezeichnet haben. Der Bürgermeister mag hier Fehler gemacht haben, indem er den mit Ihrer Mehrheit beschlossenen Haushalt 2020 einschl. Förderung der „Eintracht 1910“ nicht mit dieser 300.000 €-Förderung eingereicht hat. Ich verstehe das Gerichtsurteil nicht, weil einerseits festgestellt wird, dass Ihr 300.000 €-Förderbeschluss für die „Eintracht“ rechtmäßig beanstandet und wegen nicht ordnungsgemäßen Beanstandungs-Abhilfe-Verfahrens nichtig ist, andererseits der Haushalt der Kommunalaufsicht trotzdem nicht „ordnungsgemäß“ vorgelegt wurde.

Die Angemessenheit oder Nicht-Angemessenheit der generösen Förderung eines bestimmten Sportvereins mit Steuermitteln und die Frage, ob der Haushalt ordnungsgemäß oder nicht ordnungsgemäß an die Kommunalaufsicht weitergeleitet worden ist, sind mir auch sachlich ziemlich gleichgültig angesichts der vielfältigen Probleme unserer Stadt, deren rasche Lösung absolut prioritär ist. Wägt man die Interessen eines von Ihnen offensichtlich bevorzugten Sportvereins gegen die Interessen der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger ab, ist doch eigentlich klar, zu wessen Gunsten entschieden werden muss. Ohnehin halte ich den Bau öffentlich zugänglicher Spiel- und Sportflächen grundsätzlich für weitaus wichtiger als den Bau nicht-öffentlich zugänglicher Spiel- und Sportflächen für Sportvereine. Auch unter diesem Gesichtspunkt erschließt sich mir der Grund für die tiefe und heftige Auseinandersetzung zwischen Stadtrat und Bürgermeister mit ihren gravierenden Negativ-Folgen für die Stadt nicht. Trotzdem bestanden und bestehen Sie auf Ihrem für mich nicht nachvollziehbaren Beschluss, die „Eintracht 1910“ sehr speziell zu unterstützen, wodurch die Stadt „lahmgelegt“ ist und bleibt. Ich empfinde so etwas als Machtmissbrauch. Genau den werfen Sie aber wiederholt und wortreich in Ihrer „Information“ dem Bürgermeister vor.

Machtmissbrauch nach meinen Maßstäben ist es, wenn der Mehrheitsblock unseres Stadtparlaments die Entwicklung der Stadt blockiert, wo immer es geht, nur weil ihm der gewählte Bürgermeister nicht „passt“.

Machtmissbrauch ist es, wenn eine Gruppe von Mandatsträgern, bestehend aus den Herren Schröter, Hanke, Marx, Lummitzsch, Wippold, Reimann, Dreher, Scheetz und Dorst hinterrücks und heimtückisch (wenn auch erfolglos) Anträge auf Einleitung von Disziplinarverfahren stellt, um den Bürgermeister und zwei Fachbereichsleiter amtszuentheben. Es geht und ging Ihnen ausschließlich nur um die Erhaltung Ihrer Macht- und Einflussposition, das geht aus der Schröter-Mail ohne jeden Zweifel deutlich und wörtlich hervor.

Machtmissbrauch ist es, wenn ein Mehrheitsblock unter zweifelhaftesten Umständen einen gewählten Bürgermeister rechtswidrig vom Dienst suspendiert.

Machtmissbrauch ist es, wenn der SVV-Mehrheitsblock der Bürgerschaft, also dem Souverän, Informationen über seine Entscheidungen verwehrt. Wo ist da Ihr RESPEKT vor der Wahlentscheidung der Bürgerschaft in der Bürgermeisterwahl, den Bürgerinnen und Bürgern gegenüber und der Person des Bürgermeisters gegenüber?

Die großen Volksparteien unseres Landes bejammern, dass ihnen Mitglieder und Wähler verloren gehen. Vertrauen gewinnen und erhalten Parteien grundsätzlich zunächst im direkten Lebensumfeld der Bürgerinnen und Bürger, in unserem Fall in unserer Stadt. Sie können es aber genau dort eben auch leicht verspielen. Sie als Parteimitglieder sind „Auge“ und „Ohr“ der Volksparteien vor Ort und dicht an den Menschen. Ich fühle mich jedoch von Ihnen weder „gehört“ noch „gesehen“, was sich auch im Umgang mit meinen Petitionen widerspiegelt. Sie haben die Begründungen in den Petitionen gar nicht wahr-/ernstgenommen, sondern sie stets als „unbegründet“, sogar z. T. als nicht „zulässig“ zurückgewiesen. Meine schriftlich gestellten Fragen haben Sie konsequent ignoriert. Das könnte nun selbstverständlich ausschließlich mein eigenes, ganz individuelles Problem sein, ist es aber nicht: Das Gefühl von „die da oben“ und „wir hier unten“, also das Gefühl des „Abgehängt-Seins“/der Machtlosigkeit/des „nicht-gesehen-Werdens“, treibt Wählerinnen und Wähler in die Arme von rechten und linken „Rattenfängern“, oder sie gehen gar nicht erst zur Wahl. Die Bildung von „Bewegungen“ mit wachsendem Zulauf, z. B. Reichsbürger, Corona-Leugner mit ihren Weltverschwörungstheorien, „rechter Flügel“ der AfD etc. ist ein untrügliches Anzeichen, dass etwas absolut falsch läuft in unserem Lande. Unsere Gesellschaft spaltet sich und wird gespalten.

Sie sind ja aus Überzeugung Mitglied in einer Partei und wollen „nah am Bürger“ sein, seine Probleme erkennen und zur Problemlösung beitragen. Dann müssen Sie aber der Bürgerin/dem Bürger auch zuhören und ihn ernst nehmen. Dann müssen Sie der Bürgerin/dem Bürger auch Ihre Entscheidungen in unserem Stadtparlament erklären. Ansonsten spalten Sie auch ungewollt die kommunale Gesellschaft.

Der Richter am Landgericht sprach im Gerichtsverfahren, mit dem Herr Schröter die Verbreitung seiner konspirativen Email aus August 2019 zu verhindern versuchte: „Die Menschen wollen wissen, was Politiker kungeln, das gehört zur freien Meinungsbildung und zur Demokratie.“ Weiß man nach der Lektüre Ihrer o. g. „Information für die Bürgerinnen und Bürger in der Stadt Königs Wusterhausen“ nun, was da gekungelt wird? Nein, ich jedenfalls weiß es nicht. Ich verstehe nicht, weshalb nicht das Wohl der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger Ihre Verhaltensweise als Mandatsträger bestimmt. Ich verstehe nur: Sie wollen diesen Bürgermeister Ennullat weg haben, und zwar um jeden Preis.

Fair und transparent wäre deshalb nach meinen Maßstäben, wenn sie die Bürgerschaft fragten, ob sie mit der Art und Weise Ihrer Mandatsausübung einverstanden ist oder Neuwahlen haben möchte. Das tun Sie aber nicht. Sie fragen die Bürgerin/den Bürger nur, ob er/sie den Bürgermeister abwählen will. Demokratischer wäre es, Sie stellten beide Fragen. Das gäbe mir meine Achtung vor unserem Stadtparlament zurück.

Sie alle vom Mehrheitsblock haben den Abwahlantrag unterschrieben, mit dem der Bürgermeister Ennullat aus dem Amt entfernt werden soll. Das ist selbstverständlich Ihr Recht als Stadtverordnete! Dem Wohl der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger dient dieses Vorhaben aus meiner Sicht jedoch nicht: Die Arbeit zur Beseitigung der vielen virulenten Probleme aus der Ludwig- und Franzke-Zeit wird weiterhin, jedenfalls auch im nächsten Jahr 2021, blockiert (z. B. Schul-/Kita-Bau).

Sie haben nach meiner Einschätzung bereits bei Ihrer rechtswidrigen Entscheidung zur Suspendierung des Bürgermeisters Ennullat im Juni offensichtlich die potenziellen und dann auch eingetretenen Negativ-Folgen für unsere Stadt nicht ausreichend bedacht, Sie bedenken sie offensichtlich auch jetzt nicht im Zusammenhang mit Ihrem Abwahlantrag.

Die eigentliche Entscheidung über die Abwahl des Bürgermeisters Ennullat obliegt selbstverständlich dem Souverän, also der Bürgerschaft unserer Stadt. Ich gehe davon aus, dass die Bürgerinnen und Bürger dem Mehrheitsblock in unserem Stadtparlament die „Rote Karte“ zeigen werden, so wie sie seinerzeit dem SPD-Bürgermeister-Kandidaten Hanke gezeigt worden ist. Und was passiert dann?

Das von Ihnen angestrebte Abwahlverfahren wird –abgesehen von der fortdauernden Lähmung der Stadt- viel Steuergeld in beträchtlicher Höhe kosten, was eigentlich an anderer Stelle dringend gebraucht wird.
Ein wahrhaft trauriges Bild des kommunalpolitischen Zustandes unserer Stadt!

Mit freundlichen Grüßen, Wolfgang Almus

Zusammenfassung der Stadtverordnetenversammlung am 30.11. und 1.12.2020

2. Dezember 2020

Pressemitteilung der Stadt Königs Wusterhausen

Da ein einzelnes Abstimmungsverhalten des Bürgermeisters in der Stadtverordnetenversammlung am 01.12.2020 Gegenstand einer Presseberichterstattung ist, wird nachfolgend durch die Stadtverwaltung Stellung dazu genommen. 

In dem Artikel „Ennullat zur Montessori-Schule: ,Niemals!‘“ der Märkischen Allgemeinen Zeitung (online, 01.12.2020, 20.56 Uhr) heißt es: „Ennullat stimmt mit ,Niemals‘ gegen Montessori-Schule“. Dies entspricht nicht der Wahrheit. Der Bürgermeister stimmte nicht gegen die Einrichtung. Vielmehr ist es so, dass der Bürgermeister entsprechend der Beschlussvorlage 10-20-230 den Mietvertrag mit dem Träger der Montessorischule in Niederlehme zu denselben Konditionen über 2024 hinaus weiterführen soll. Das bedeutet, dass die Miethöhe ebenfalls für viele weitere Jahre bestehen soll. Aus Verwaltungssicht besteht hier jedoch Handlungsbedarf. Denn die Miethöhe entspricht nicht dem ortsüblichen Vergleichssatz. Selbst der damals verantwortliche Bürgermeister und heutige Stadtverordnete, Stephan Ludwig, räumte in der Stadtverordnetenversammlung am 01.12.2020 ein: „Das waren schon 2009 besondere Mietkonditionen“. Somit stimmte Bürgermeister Swen Ennullat nicht gegen die Schule als solche, sondern dagegen, die Vertragskonditionen aus 2009 über das Jahr 2024 aufrecht erhalten zu sollen. 

Den Stadtverordneten liegen umfangreiche Informationen zu dem Sachverhalt vor. Dazu zählt auch, dass die Stadt Königs Wusterhausen in den vergangenen elf Jahren deutlich mehr Steuergelder in das Objekt investiert hat, als Gelder über die Miete wieder eingenommen wurden. Diese Investitionen können nach dem jetzigen Mietvertrag nicht einmal auf den Mieter umgelegt werden. Auch weitere Umstände und Vertragsbestandteile sprechen für eine Kündigung des Mietvertrags zum Jahr 2024.

 Neben dem Tagesordnungspunkt zur Montessorischule gab es auch weitere, die entschieden wurden. So beschlossen die Stadtverordneten den geprüften Jahresabschluss 2018 der Stadt, den Wirtschaftsplan 2021 des Städtischen Betriebshofs oder auch die 2. Änderung des Aufstellungsbeschlusses zum Bebauungsplan 03/11 „Wochenendhausgebiet Kamerun / Weg am Tonsee“ im Ortsteil Zeesen (künftig 03/11 „Ferien- und Wochenendhausgebiet Kamerun / Weg am Tonsee“) und den erneuten Offenlegungsbeschluss zum Bebauungsplan 06/14 „Südlich Storkower Straße“ im OT Königs Wusterhausen.

 Zudem wurde die Neugliederung der Kitas „Zernsdorfer Rübchen“ und „Pumuckl“ in Senzig beschlossen. Auf Grund der hohen Kapazitäten sollen die Kindertagesstätten in jeweils zwei eigenständige Einrichtungen umgewandelt werden. In beiden Einrichtungen werden die Horte von den Kitas abgetrennt. Alle Einrichtungen werden eine eigene Leitung und Stellvertretung erhalten sowie ihre eigenen Konzepte erarbeiten. Die qualitativen Möglichkeiten, verschiedene pädagogische Angebote zu integrieren und zu erweitern, werden sich vor allem in der täglichen Arbeit niederschlagen. Ein weiterer Vorteil ist: Die Durchmischung der Erzieher in Kita und Hort wird vermieden. Die pädagogischen Mitarbeiter können sich dann speziell auf die Gruppenarbeit der entsprechenden Altersgruppe konzentrieren.

Erneut abgelehnt wurde dagegen die Entbehrlichkeit des Grundstückes Berliner Straße/ Potsdamer Straße. Das Grundstück wurde durch die Stadt erschlossen, die frühere Kaufhalle abgerissen. Das Areal soll an einen Investor veräußert werden, damit dort eine Bebauung erfolgen kann. Bereits 2018 wurde dafür durch die Stadtverordneten der Weg frei gemacht. Da ein Beschluss zur Veräußerung nun aber nicht gefasst wurde, kann das Projekt nicht in der Form weitergeführt werden.

Die Stadtverordnetenversammlung war am 01.12. nach einer Pause nicht mehr beschlussfähig. Von 37 Abgeordneten waren nur noch 18 anwesend. Deswegen entschied die Vorsitzende des Gremiums, im Januar eine Sitzung anzuberaumen. Dann wird es auch um die noch offenen Tagesordnungspunkte gehen.

Warum es einem Landkreis gut geht – und Königs Wusterhausen kein Geld hat, um Schulen zu bauen.

1. Dezember 2020

Matthias Fischer, Sachkundiger Einwohner im Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen

Eigentllich sollten wir alle uns freuen. Denn der Jahresabschluss des Landkreises für 2019 liegt vor. Er weist ein positives Ergebnis von 27,7 Millionen EUR auf! Ein Ergebnis, das auch mit den von den Kommunen erhobenen Kreisumlagen erzeugt wird.

Anfang 2020 hatte der Landkreis damit eine Rücklage von fast 123 Mio EUR zur Verfügung. Solch ein pralles Säckelchen ist natürlich eine feine Sache – nur dass unsere eigene Kommune immer mehr in Abhängigkeit gerät, weil das Geld, die wir an den Kreis abführen müssen, uns bei ganz vielen pflichtigen Aufgaben schlicht fehlt.

Zur Verdeutlichung: 2020 hat Königs Wusterhausen 21,7 Mio EUR an Schlüsselzuweisungen (Anteil der Kommunen am Steueraufkommen des Landes) vom Land Brandenburg erhalten; davon sind ganze 85,5%, nämlich 18,6 Mio EUR quasi direkt weitergeflossen an den Landkreis! »Hängengeblieben« sind also lediglich 3,1 Mio EUR.

Das Brisante daran: Eine Kreisumlage hat subsidiären Charakter! Das heisst, nur wenn andere Einnahmen und Rücklagen nicht ausreichen, können mit der Kreisumlage den Kommunen deren Finanzmittel entzogen werden!

Und da es sich bereits über Jahre abzeichnete, dass regelmässig zu viel Geld an den Kreis geflossen ist, hatte die Stadt Königs Wusterhausen zum Wohle unserer Stadt eine Klage gegen die Berechnung der Kreisumlage angestrengt. Diese musste die Verwaltung jedoch zurückziehen, weil eine Mehrheit von Fraktionen der SVV (SPD. LINKE, GRÜNE, CDU, WirfürKW…) das beschlossen hat.*

Und daher wird sich auch in Zukunft nichts für unsere Stadt ändern.

* Nicht nur, dass die SVV beschlossen hat, die Klage gegen die Kreisumlage zurück zu ziehen. Über die gegen diesen Beschluss der SVV erhobene Beanstandung durch den Bürgermeister entschied der Landrat, dass der Beschluss die Klage gegen den Landkreis zurückzunehmen rechtmäßig ist. Also die Person, gegen die sich die Klage der Stadt richten sollte!

Aus der Beschlussvorlage 2020/107 des Landkreises über den geprüften Jahresabschluss 2019

Prognose über den Zusammenhalt unserer Stadtgemeinschaft Königs Wusterhausen

26. November 2020

Ein Kommentar von Dr. Dieter Füting

Das Wichtigste im Leben ist Vertrauen. Das Vertrauen anderer Menschen zu bekommen und zu erhalten, darum dreht sich alles.

Der Weg dahin heißt Verlässlichkeit. Meinungen und Entscheidungen müssen nachvollziehbar, klug und verlässlich sein. Wer dieses Vertrauen verspielt, wer nicht verlässlich ist, wird in der Tendenz ausgeschlossen. Auch ausgeschlossen vom Einfluss jeder Art.
An dieser Stelle soll innegehalten und gefragt werden: Wie ist die Situation in unserer Stadt?
Erfüllen die Kommunalpolitiker diese Anforderungen, besitzen sie diese Eigenschaften?
In Königs Wusterhausen wurde nach der Wende „linke“ Politik gemacht. SPD und Die Linke arbeiten hier bis heute sehr abgestimmt und eng miteinander. CDU und andere schließen sich diesem bisherigen Erfolgsmodell mehr oder weniger an.

Was ist langfristig erreicht worden?
Ist der demokratische Prozess, ist der Politikwandel vorangekommen? Gibt man den Bürgerinnen und Bürger mehr Möglichkeiten, sich kritisch einzubringen?
Werden die Bürgerinnen und Bürger intensiv befragt, wie sie ihre Stadt haben wollen?
Hatten die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Politik zu gestalten?

Ganz gleich, wie diese Fragen beantwortet wurden und bis heute beantwortet werden, es zeichnete sich eine zunehmende tiefe Ablehnung bei den Menschen in der Stadt von der Politik ab. Und nicht nur in unserer Stadt ist dieses Phänomen zu beobachten.

Der versprochene Politikwandel trat nicht ein.
Die Möglichkeiten, sich kritisch einzubringen, wurden nicht gefördert und waren im Grunde nicht gewollt. Im Gegensatz dazu verbreiteten diejenigen Kommunalpolitiker, die Verantwortung tragen, ein ausgesprochen positives politisches Landschaftsbild und ein kritikloses Selbstbild von sich und ihrem Wirken.

Mittelpunkt aller berechtigten und unberechtigten Kritik der Bürgerinnen und Bürger in privaten Gesprächen und bei Debatten auf der Straße war der von SPD und Die Linken gewählte Bürgermeister Dr. Franzke. Er wurde zum Synonym für Überheblichkeit, Hochmut und praktizierter Hinterzimmerpolitik in der Stadt.

Viele Menschen wollten keinen Bürgermeister mehr, der von der SPD oder von den Linken gestützt wurde.
Der Wahlkampf um das Bürgermeisteramt war ein Wahlkampf gegen die Politik von SPD und Die Linken. Dieser Wahlkampf um das Bürgermeisteramt brachte den Anfang zum Wandel in der Stadtpolitik. Das ist das große und bleibende Verdienst von Swen Ennullat, genauso wie seine Standhaftigkeit gegen berechtigte wie unberechtigte Störmanöver und Kritik aller Art. Sehr zum Entsetzen und zum Unverständnis der führenden Parteien liefen diese Prozesse für sie ab. Diese Niederlage ist nach ihrem Gusto unbedingt zu korrigieren, sie sollte niemals hingenommen werden.
Doch sie ist Tatsache. Und sie bleibt Tatsache, weil Swen Ennullat sich bisher als mutig kämpfende Persönlichkeit zeigt. Und Swen Ennullat steht nicht allein.

Die Freien Wähler Königs Wusterhausen haben aber nach der gewonnen Wahl des Bürgermeisters – anfangs unerfahren in der strategischen politischen Auseinandersetzung mit den Profis von SPD und Linken  sowie selbst durchsetzt von egoistischen Selbstdarstellern in der FWKW – in ihrem Gefühlshoch die Lage nicht mehr richtig, nicht mehr   ausreichend selbstkritisch und unvoreingenommen eingeschätzt.

Die Folge war das schlechte Abschneiden bei der Wahl der Stadtverordneten.
Die Chance auf einen grundlegenden Politikwandel war vertan.

Nun war wieder eine neue Situation. Jetzt begann der Streit um jede kleine Position, um jede rechtliche Frage, sich zwanghaft zuzuspitzen. SPD und Die Linke initiierten ein Bündnis mit Vertretern der CDU, den Grünen, WirfürKW und dem Landrat, um den Kampf um verlorenen Einfluss zu beleben. Dieses Bündnis als Einheitsfront und Verschwörergruppe ist nicht wirkungslos in der öffentlichen Wahrnehmung geblieben.

Der Bürgermeister und seine Mitkämpfer sollten und sollen im Streit um Kleinklein zerrieben werden.
Doch der politische Streit mit und in den Parteien in der Stadt führte nur zu einem einzigen Ergebnis: einer tiefen und dauerhaften Spaltung der Gemeinschaft. Das Bündnis in der SVV nahm diese Katastrophe bisher unkommentiert hin und setzt stur weiter auf den Zerstörungsprozess des von ihnen gehassten Bürgermeisters.

Das Vertrauen in die Souveränität der Protagonisten, in ihre Qualifikation für politische Ämter, wurde aber dadurch nachhaltig zerbrochen. Das aber wollen sie nicht gelten lassen, streiten es ab oder nehmen es einfach nur nicht zur Kenntnis. Doch die Zustimmung, die sie sich wünschen, finden sie mehr und mehr nur noch in ihrem ideologisch geprägten Klientel.

Eine solche Situation war für die Bürgerinnen und Bürger, unabhängig von jeder Befindlichkeit, unabhängig von jedem Parteidenken, nicht und niemals zu akzeptieren.

Deshalb entwickelte sich in letzter Zeit, misstrauisch von den Parteien betrachtet, eine wertneutrale und unabhängige „geistige Bewegung“ aus den Unterstützern der Freien Wähler und aus der großen Gruppe der Nichtwähler. Sie begann laut, selbstbewusst und engagiert in den sozialen Gruppen, den Online – Zeitungen usw., die eingefahrenen Rituale des Bündnisses gegen Ennullat durcheinander zu schütteln. Und das wohl wissend, dass die Parteien sie nicht wirklich beachten werden.

Unter „geistige Bewegung“ sind freie, vor allem politisch nicht gebundene Bürgerrinnen und Bürger gemeint, die von der Fähigkeit der Menschen überzeugt sind, selbst aus ihren eigenen Ressourcen zu schöpfen und sich mit Kreativität aus den erstarrten Vorstellungen vom ideologischen Parteidenken zu lösen.

Sie wollen Brücken bauen zwischen den nachdenklichen Menschen in unserer Stadt, Brücken bauen auch für eine pluralistische, inklusive Welt. Sie sehen aber, wie verzweifelt von den Parteien an einem Gesellschaftsmodell festgehalten wird, das – mit Pandemien, mit Aufbegehren unterdrückter bzw. nicht akzeptierter Gruppen, mit einem von den Parteien nicht gewünschten Bürgermeister usw. – nicht funktioniert.
Es sind Menschen, die sich nicht verbarrikadieren, abschotten, sondern von einem offenen Stadtmodell aus denken. Jeder Denkimpuls wirkt wie eine Rückkopplungsschleife zu einer wirklich demokratischen Stadt und öffnet den Diskurs über verschiedene Modelle des Politikwandels.
Wenn es diesen Menschen gelingen könnte, dazu beizutragen, einen messbaren Einfluss auf eine Politikwende zu erreichen, dann wäre es hoch wahrscheinlich, Menschen, die den bürgerlichen Parteien zugewandt sind, zum Innehalten und zum neuen Nachdenken zu bewegen.
Dann, erst dann, ist eine Prognose über den Zusammenhalt unserer Stadtgemeinschaft hoffnungsvoll.

Selbst die katholische Kirche hat schließlich festgestellt, dass die Parteienpolitik die Menschen spaltet. Es sollte doch gelingen, um im Bild zu bleiben, die Händler aus dem Tempel zu vertreiben. Gelingt es aber nicht, dann versinkt die Stadtgemeinschaft in giftigen Gedanken und zerstörendem Eigensinn, in egoistischem Vorteilsdenken und offenbartem Hochmut…
Doch dann dominiert das Parteiensystem weiter, denn das ist eine starke Säule ihrer Macht.

Tiny Forest – ist das der richtige Weg?

4. November 2020

Priska Wollein, Fraktion UBL/UFL

Ein Beitrag von Priska Wollein anlässlich des unlängst in der SVV  mehrheitlich verabschiedeten Prüfauftrags 10-20-190 zur Errichtung von Tiny Forests in Königs Wusterhausen. Der Antrag wurde von der Stadtfraktion B90/Grüne eingereicht.

Vorweg möchte ich erwähnen, dass ich Landschaftsökologie und -architektur an der TU in Weihenstephan studiert habe.

Stellen Sie sich vor – bei uns in Brandenburg gab es vor 300 Jahren gar keinen »Forst«, wie wir ihn heute kennen! Bewusst angepflanzte Bäume gab es lediglich in Alleen, und natürlich den ein oder anderen Hausbaum. Alles andere war ein natürlicher Aufwuchs, ein »unkontrollierter Wildwuchs«, wie es Laien bezeichnen würden…

Vor etwas mehr als 200 Jahren erst wurde die kontrollierte Forstwirtschaft eingeführt, davor wurde Wald bei uns nicht angepflanzt. Dann aber setzte man alles darauf, den »Idealbaum« mit definierten Eigenschaften durch Auswahl zu züchten: astlos, gerade, mit starkem Stamm und wenig Ästen. Es wurde selektioniert und in Folge dessen über die letzten 200 Jahre das genetische Kostüm von Forstbäumen deutlich reduziert! Und ebendies macht es »dem Wald« heute so schwer zu überleben!

Wenn man heute also einen »Wald« anpflanzt, muss man Bäume aus Forstbaumschulen dafür verwenden (siehe dazu das Forstvermehrungsgutgesetz (FoVG)). Und was bekommt man da? Richtig! Genetisch selektionierte Bäume. In einem »natürlich« aufgewachsenen Wald würden jedoch zuerst Pionierbäume wie Birken, Pappeln, Robinien, Sanddorn etc. aufwachsen, bevor andere Sorten sich entwickeln könnten. Und nur ein solcher natürlicher »Urwald« hat eine Chance, sich gegen die heutigen Herausforderungen des Klimas auf Jahrzehnte zu behaupten! Will man diese Regel »durchbrechen«, wird man ohne Intensivpflege niemals einen artenreichen Bestand erhalten, es sei denn, man lässt ihn 400 Jahre lang vollkommen in Ruhe… Andernfalls bekommt man über kurz oder lang einen öden Gehölzbestand, in dem sich die bestangepassten Pflanzen durchsetzen. Um einen artenreichen Bestand in Tiny Forests zu erhalten, muss man sich jedoch quasi rund um die Uhr um diesen »Bonsaiwald« kümmern! Wer soll das eigentlich in unserer Kommune leisten?

Zweitens frage ich mich: Wozu ist ein Tiny Forest also gut? Als Biotop, für Artenreichtum und fürs Klima..? Jede Wiese, ja sogar jeder Magerrasen wird in kurzer Zeit artenreicher sein in Bezug auf Flora und Fauna. Offenland wäre weit essentieller für die Lösung vieler der heutigen Umweltprobleme; denn pro Quadratmeter siedeln sich dort ungleich mehr Arten an. Außerdem hat jede andere Vegetationsform im Vergleich zu Wald einen geringeren Raumanspruch.

Man mag nun einwerfen – ja, aber das Mikroklima..? Stimmt, im Innern eines Waldes (so es einer wird) ist die Temperatur ausgeglichener und kühler. Doch nicht auf einer Fläche von 120 bis 200 Quadratmetern! Für eine Verbesserung des Mikroklimas im Stadtgebiet finden sich sinnvollere und dauerhafte Lösungen. Genau da wäre aus meiner Sicht der Punkt, wo Politik steuernd eingreifen kann und muss: bei der Fassadengestaltung, bei der Dachbegrünung, und bei der Anlage von Grünflächen und Straßenbegleitgrün. Gänzlich unsinnig jedoch sind Tiny Forests in Dörfern von 3.000 Einwohnern; denn diese haben gar keine solchen Wärmeinseln, wie man sie aus größeren Stadtgebieten kennt. Hier ist jede alte Dorflinde mehr wert als alle gutgemeinten grünen Bemühungen im vorliegenden Antrag…

Daher mein Appell: Lassen Sie uns adäquate Ansätze suchen, und keine zum Scheitern verurteilten.

(Mein Dank an Prof. Dr. Rüdiger Prasse, Professor für Vegetationsmanagement am Institut für Umweltplanung in der Abteilung Landschaftspflege und Naturschutz der Universität Hannover, der mich zu diesem Thema beraten hat)

Hochgradig manipulative Berichterstattung der MAZ

2. November 2020

Leserbrief zum Artikel von Oliver Fischer vom 30. Oktober 2020

Anmerkung der Redaktion:
Im Sinne von Transparenz möchten wir unseren Lesern einen Leserbrief von Familie Almus an die MAZ samt Anschreiben an uns komplett zur Kenntnis geben. Leider werden kritische Anmerkungen von der MAZ seit einiger Zeit überhaupt nicht mehr gedruckt.

Sehr geehrte Redaktionsmitglieder,
bekanntlich tobt seit Jahren zwischen dem Bürgermeister und dem Stadtparlament von Königs Wusterhausen ein erbitterter Krieg, zum Nachteil der Stadt und ihrer Bürger. Leider ermangelt es der Berichterstattung aus den Stadtratssitzungen in den Medien häufig an Objektivität (siehe dazu MAZ-Artikel von Oliver Fischer im Anhang).  Unsere Petitionen, auf die sich die von Herrn Fischer kommentierten Stadtratsbeschlüsse beziehen, hatte ich Ihnen zugeschickt.

Zu Ihrer Kenntnis sende ich Ihnen unseren „Leserbrief“ zum Fischer-Artikel.
Wir erteilen Ihnen unsere Erlaubnis, unsere u. g. Mail ganz oder in Teilen wörtlich zu zitieren (mit oder ohne Namensnennung).

Mit freundlichen Grüßen
Gesine und Wolfgang Almus

Leserbrief zum Beitrag „SVV weist drei Petitionen zum Politikstreit zurück …“ vom 30.10.20 von Oliver Fischer/MAZ

Der Beitrag des Herrn Fischer in der MAZ vom 30.Oktober 2020 (Link) lässt wieder einmal die gebotene Objektivität einer Berichterstattung vermissen. Herr Fischer nennt uns zwar namentlich als Verfasser der Petitionen, versäumt es aber, unsere jeweiligen Begründungen aufzugreifen, obwohl die Petitionen der Redaktion vollständig vorliegen.

Sachlich falsch ist, dass SPD-Stadtrat Schröter in seiner konspirativen Mail an die Verschwörer-Clique „Pläne für Disziplinarverfahren“ gegen den Bürgermeister und zwei seiner leitenden Mitarbeiter „diskutiert“ hat. Richtig ist: Zu bereits von der Verschwörer-Clique fertig geschriebenen Anträgen auf Einleitung von Disziplinarmaßnahmen zwecks Amtsenthebung hat sich dieser Stadtrat von der Kommunalaufsicht umfassend beraten lassen. Die Kommunalaufsicht folgte diesen fertigen Verschwörer-Anträgen jedoch nicht, beriet aber diesen SPD-Stadtrat, wie der Bürgermeister wegen seiner Klage gegen den Landkreis (Höhe der Kreisumlage) aus dem Dienst entfernt werden könnte. Das mündete dann in die widerrechtliche Suspendierung des Bürgermeisters ein, ein absolut empörender Vorgang. Die Unrechtmäßigkeit dieses Suspendierungs-Stadtratsbeschlusses aus Juni 2020 erwähnt SPD-Freund Fischer aber nicht, obwohl ihm der Beschluss des VG Cottbus (4 L 284/20 vom 24.08.2020) bekannt ist.

Lieber zitiert er die Stadträte Dreher (CDU) und Scheetz (SPD). Selbstverständlich sind beide demokratisch gewählt, und selbstverständlich ist es die Pflicht des Stadtparlamentes, sich mit Entscheidungen des ebenfalls demokratisch gewählten Bürgermeisters konstruktiv-kritisch auseinanderzusetzen. Der Ort dafür ist jedoch das Stadtparlament. Unrechtmäßige, konspirative Maßnahmen (wie die widerrechtliche Suspendierung des Bürgermeisters) gehören prinzipiell nicht zum Instrumentarium gewählter Mandatsträger und der Kommunalaufsicht. Vielmehr hat das Stadtparlament zum Wohl der Stadt und seiner Bürgerschaft zu agieren. Wie SPD-Scheetz der Auffassung sein kann, der von den Mehrheitsfraktionen seit Jahren geführte Krieg gegen den Bürgermeister sei im Sinne des Wählers, ist nicht nachvollziehbar. SPD-Freund Fischer hätte hier unbedingt „nachhaken“ müssen, hat er aber nicht. Die Dreher-/Scheetz-Äußerungen zeugen einerseits von einer erheblichen Arroganz gegenüber dem Wähler (Beide Stadträte bekunden ja, genau zu wissen, was Wählerwille ist.). Andererseits belegen sie auch erhebliche Mängel im demokratischen Grundverständnis beider Stadträte: Einen demokratisch gewählten Amtsträger (71,5 % Mehrheit!) mit widerrechtlichen Maßnahmen aus dem Amt entfernen zu wollen, hat mit Demokratie absolut nichts zu tun.

Hochgradig manipulativ ist auch die Fischer-Berichterstattung hinsichtlich der Prozesskosten wegen der widerrechtlichen Suspendierung des Bürgermeisters. Herr Fischer „vergisst“ zu erwähnen, dass die SVV-Vorsitzende Lazarus im Juni 2020 ohne Vertretungsberechtigung, also widerrechtlich, eine Fachanwaltskanzlei mit der Wahrnehmung der Stadtrats-Interessen beauftragt hatte. Deshalb wurde gegen die Juristin Lazarus auch Strafantrag gestellt. Nach welchen Kriterien diese Anwaltskanzlei eigenmächtig und widerrechtlich ausgewählt wurde, wird der Öffentlichkeit nicht erklärt, trotzdem soll der Steuerbürger dafür aufkommen. Als Steuerzahler erwarten wir deshalb selbstverständlich, dass diejenigen Stadträte, die für die widerrechtliche Bürgermeister-Suspendierung votiert haben und für den widerrechtlichen Vertrag mit der Anwaltskanzlei verantwortlich sind, auch alle Kosten dafür tragen. Es kann nicht angehen, dass der Steuerzahler für diesen ungeheuerlichen Unfug gewählter Mandatsträger aufkommen soll.

Landkreis ist Corona-Risikogebiet – Das gilt nun im Rathaus Königs Wusterhausen

27. Oktober 2020

Pressemitteilung der Stadt Königs Wusterhausen

Der Landkreis Dahme-Spreewald weist mit Stand vom 27.10.2020 laut Robert Koch-Institut und Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit einen Inzidenzwert von rund 58 auf. Damit gilt der Landkreis als Risikogebiet. Es gelten verschärfte Regeln im Umgang mit dem Corona-Virus. Dies hat auch Folgen für das Rathaus Königs Wusterhausen.

Grundsätzlich herrscht weiter eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Gebäude. Entsprechende Hinweisschilder an den Eingängen sind zu beachten. Darüber hinaus ist der Bürgerservice weiter erreichbar. Für alle anderen Bereiche müssen ab sofort und ausschließlich für dringende Angelegenheiten (Notfälle) Termine vereinbart werden. Somit soll die Besucherzahl im Rathaus auf ein Mindestmaß reduziert werden.

Bis auf Weiteres bietet der Bürgermeister keine Sprechstunde mehr an. Der Rathaussaal steht nur noch für politische Gremiensitzungen zur Verfügung, Akteneinsichten werden abgesagt bzw. werden keine weiteren Termine vergeben. Es kann darüber hinaus zu zusätzlichen Einschränkungen kommen.

„Ziel ist, das Rathaus für die Bürgerinnen und Bürger als Anlaufpunkt offen zu halten. Dies muss aber unter der Maßgabe geschehen, dass der Infektionsschutz oberste Priorität hat. Daher müssen wir diese Maßnahmen ergreifen – im Sinne der Bürgerinnen und Bürger und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so Bürgermeister Swen Ennullat.

Wegen des aktuellen Inzidenzwertes muss die Veranstaltung zur Vorstellung des Entwurfs der 3. Stufe der Lärmaktionsplanung, die für den 29.10.2020 um 18 Uhr im Rathaussaal geplant war, leider abgesagt werden. Die Veranstaltung wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Bei Fragen rund um die Regelungen zur Umgangsverordnung ist das Gesundheitsamt des Landkreises Dahme-Spreewald als zuständige Behörde zu kontaktieren. Die Corona-Hotline für Bürgeranfragen ist unter der Telefonnummer 03375 26-2146 täglich von 8 bis 16 Uhr zu erreichen.

Die Grafik der Coronastufen zeigt die Regelungen je nach Infektionsgeschehen. Quelle: Land Brandenburg